Frieda's Büxe: Zürcher Club verbietet Fotos mit dem Handy
Aktualisiert

Frieda's BüxeZürcher Club verbietet Fotos mit dem Handy

Immer wieder werden Gäste in Zürcher Clubs ungefragt geknipst und landen auf Facebook. Frieda's Büxe verhängt deshalb ein Fotoverbot. Andere Clubs überlegen sich das auch.

von
rom/som
Von aussen sind Fotos noch möglich: In diesem Gebäude im Kreis 3 befindet sich Frieda's Büxe.

Von aussen sind Fotos noch möglich: In diesem Gebäude im Kreis 3 befindet sich Frieda's Büxe.

Kein Anbieter/rom

Man hat es immer dabei, das Smartphone. Man fotografiert damit auf der letzten Party den DJ oder die Tanzeinlagen der betrunkenen Kumpels – und teilt alles in den sozialen Medien. Dass dabei auch Personen, die im Hintergrund sichtbar sind, ungefragt und im schlimmsten Fall in einer unvorteilhaften Situation in die Öffentlichkeit gezogen werden, bedenken viele nicht.

Der Zürcher Club Frieda's Büxe verhängt deshalb ab sofort ein Fotoverbot. «Jeder von uns lebt sich auf seine ganz persönliche Art und Weise aus. Was auch so sein soll. Daher finden wir, dass Fotos in einem Club nichts zu suchen haben.» Das schreiben die Verantwortlichen auf Facebook und hoffen auf Verständnis. Innert kurzer Zeit haben bereits über 600 den Post gelikt.

«So deutlich hat es noch niemand ausgesprochen, aber in den meisten Zürcher Subkultur-Clubs ist das Fotografieren schon seit längerer Zeit verpönt», sagt Nightlife-Experte Alex Flach, der auch Sprecher verschiedener Clubs ist. «Darum sind auch Partyfotografen nicht zugelassen.»

«Leidlich» geduldet

In der Zukunft beispielsweise hätten sich die Gäste von Anfang an daran gehalten. «Es gibt praktisch keine Fotos aus dem Club», so Flach. Im Hive sei Fotografieren hingegen «leidlich» geduldet – noch. «Ich kann mir aber gut vorstellen, dass man auch dort über die Bücher geht.»

Flach hat Verständnis für die Reaktion von Frieda's Büxe: «Viele, die ein Selfie schiessen, nehmen einfach zu wenig Rücksicht auf die Personen im Hintergrund, es interessiert sie schlicht nicht.» Es sei doch angenehm, wenn man auch mal an einem Ort verweilen könne, ohne die ganze Zeit befürchten zu müssen, beobachtet oder fotografiert zu werden.

Im Kaufleuten kommt ein Foto-Verbot hingegen nicht infrage, wie Chef Mark Röthlin sagt: «Es gehört zu unserer Zeit, dass man ständig Fotos von sich oder anderen schiesst. Und zwar nicht nur in Clubs, sondern überall.»

Deine Meinung