Aktualisiert

Unerwünschte DarbietungZürcher droht Gefängnis wegen Seifenblasen

Gunnar Jauch hat Passanten an öffentlichen Plätzen mit Seifenblasen unterhalten. Die Polizei stellte ihm deshalb drei Bussen aus. Doch er geht lieber hinter Gitter, als zu bezahlen.

von
dia
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Diese Seifenblasen brachten Gunnar Jauch Ärger ein. Der 70-Jährige liess unter anderem auf dem Zürcher Sechseläuteplatz die bunten Blasen in die Luft steigen.

Diese Seifenblasen brachten Gunnar Jauch Ärger ein. Der 70-Jährige liess unter anderem auf dem Zürcher Sechseläuteplatz die bunten Blasen in die Luft steigen.

Facebook / Gunnar Jauch
Neben Strafbefehlen wegen «unbewilligtem Darbieten von Strassenkunst» wird er auch belangt, weil ein Kind versehentlich einen Eimer mit Seifenlauge umstiess.

Neben Strafbefehlen wegen «unbewilligtem Darbieten von Strassenkunst» wird er auch belangt, weil ein Kind versehentlich einen Eimer mit Seifenlauge umstiess.

Facebook / Gunnar Jauch
Jauch denkt aber nicht daran, die Bussen zu bezahlen - eher geht er ins Gefängnis.

Jauch denkt aber nicht daran, die Bussen zu bezahlen - eher geht er ins Gefängnis.

Facebook / Gunnar Jauch

Seit Generationen erfreuen sich Seifenblasen bei Kindern grösster Beliebtheit. Gunnar Jauch wurden die bunten Blasen hingegen zum Verhängnis. Der 70-Jährige hat vom Zürcher Stadtrichteramt drei Strafbefehle erhalten – wegen «Verstosses gegen die Verordnung durch unbewilligtes Darbieten von Strassenkunst ausserhalb der bewilligten Gebiete», schreibt die NZZ.

Mit zwei Fischerruten, Wollfäden und einem Kübel voller Seifenlauge hatte Jauch im Februar erst am Zürcher Bürkliplatz und einige Tage später im Niederdorf grosse Seifenblasen in die Luft steigen lassen. Beide Male wurde er vom gleichen Polizisten erwischt, einem «sturen Walliser», wie Jauch sagt. Am Ostermontag kam eine dritte Busse dazu. Damals zeigte er seine Kunst auf dem Zürcher Sechseläutenplatz. Die Behörden begründen die Strafbefehle damit, dass Musizieren und andere künstlerische Darbietungen auf öffentlichem Grund nur an Seeanlagen erlaubt sind.

Schwierige finanzielle Lage

Damit nicht genug: Jauch muss noch für ein weiteres Vergehen geradestehen. Ein Kind stiess versehentlich einen der Eimer um, was dem pensionierten Architekten den Vorwurf einbrachte: «Verletzung der Sorgfaltspflicht zur Vermeidung nachteiliger Einwirkung auf Gewässer.» Jauch hält nichts von den Strafbefehlen, die sich jeweils auf einen Betrag von zweimal 250 und einmal 670 Franken belaufen. «Ich werde all diese Bussen niemals bezahlen», schreibt er in seiner Einsprache. Lieber gehe er ins Gefängnis.

Laut der NZZ käme in diesem Fall eine Ersatzfreiheitsstrafe zum Zug. Jauch müsste für drei Tage hinter Gitter, sollte er die offenen Rechnungen nicht begleichen. Jauch: «Das kostet den Staat über 1000 Franken.» Er selber müsse mit wenig Geld auskommen. Bei ihm seien noch viele Rechnungen offen, eine Bezahlung der Bussen schliesst er deshalb kategorisch aus.

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