Fehlender Warnhinweis: Zürcher Gemeinde muss Badegast 34'500 Franken zahlen
Aktualisiert

Fehlender WarnhinweisZürcher Gemeinde muss Badegast 34'500 Franken zahlen

Im Sommer 2013 sprang ein 22-jähriger Mann von einem Steg im Freibad Oberrieden ZH ins Wasser. Weil er seither querschnittgelähmt ist, muss ihm die Gemeinde eine Entschädigung zahlen. Am Steg waren keine Warnhinweise aufgestellt. 

Die Gemeinde Oberrieden am Zürichsee muss eine Entschädigung zahlen. (Symbolbild)  

Die Gemeinde Oberrieden am Zürichsee muss eine Entschädigung zahlen. (Symbolbild)  

Darum gehts

Weil ein junger Mann im Sommer von einem Steg sprang, ist er bis heute vom fünften Halswirbel abwärts gelähmt. Im Sommer 2013 war er mit seinen Freunden im Freibad Oberrieden, sprang von einem Steg im Strandbad ins Wasser und verletzte sich schwer. Dies weil er bloss 60 Zentimeter oberhalb des Wassers absprang und aufschlug, wie der «Tages-Anzeiger» berichtete. 

Die Gemeinde als Betreiberin der Badi setze auf Eigenverantwortung, sagt der Gemeindepräsident Martin Arnold (SVP) der Zeitung auf Anfrage. Der Mann zog 2018 gegen die Gemeinde Oberrieden vor Gericht, um eine Entschädigung zu erwirken. 

Obwohl der Unfall des 22-Jährigen vom Bezirksgericht in Horgen als selbst verschuldet deklariert wurde, hat es ihm eine Entschädigung von 34'500 Franken zugesprochen. Zulasten der Gemeinde, die mit einer Berufung das Verfahren ans Obergericht weiterzog. Der Fall ging schlussendlich bis vors Bundesgericht, welches entschied, dass die Gemeinde bezahlen muss.  

Der Steg nicht zum Springen gedacht

Der Steg soll laut Bundesgericht einen sogenannten Werkmangel aufgewiesen haben, schreibt der «Tages-Anzeiger» weiter. So soll der Steg nicht zum Springen gedacht gewesen sein, doch diese Erklärung genügte dem Gericht nicht. Zudem habe die Gemeinde gewusst, dass die Besucherinnen und Besucher des Freibads vom Steg in den See springen. Aufgrund der offensichtlichen Gefahr hätte die Gemeinde reagieren müssen: «Ein Schild mit Warnhinweis hätte dafür gereicht». 

Gleichzeitig räumte das Bundesgericht aber ein, dass der Verunfallte «mit den örtlichen Gegebenheiten des Strandbads gut vertraut war». Zur Schuldfrage hat sich der Gemeindepräsident gegenüber dem «Tagesanzeiger» nicht geäussert. Mittlerweile sei aber ein Warnschild am Steg angebracht worden. 

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(sys)

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