Berufsverbot – Zürcher Gericht verurteilt Arzt wegen sexuellem Übergriff
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BerufsverbotZürcher Gericht verurteilt Arzt wegen sexuellem Übergriff

Das Zürcher Berufungsgericht hat einen deutschen Arzt verurteilt und mit einem Berufsverbot belegt. Gemäss Anklage hatte er eine 18-jährige Patientin, die ihn wegen Erkältungssymptomen aufsuchte, im Intimbereich untersucht.

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Ein Arzt wollte seine Patientin angeblich wegen früherer Beschwerden wie einer Eileiterschwangerschaft intim untersuchen. 

Ein Arzt wollte seine Patientin angeblich wegen früherer Beschwerden wie einer Eileiterschwangerschaft intim untersuchen.

Symbolbild/Unsplash
Die Patientin suchte den Mediziner wegen Erkältungssymptomen auf. 

Die Patientin suchte den Mediziner wegen Erkältungssymptomen auf.

Symbolbild
Das Gericht entschied am 20. Oktober 2021 auf Schändung. Der Arzt wurde mit einem Berufsverbot belegt und zu einer Entschädigungszahlung verurteilt.

Das Gericht entschied am 20. Oktober 2021 auf Schändung. Der Arzt wurde mit einem Berufsverbot belegt und zu einer Entschädigungszahlung verurteilt.

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Darum gehts

  • Laut Anklage hat ein Arzt seine Patientin unrechtmässig im Intimbereich untersucht.

  • Ein Berufungsgericht in Zürich veröffentlichte die Verurteilung wegen «Schändung».

  • Der Mediziner ist mit einem Berufsverbot und einer Entschädigungszahlung an die junge Frau belegt worden.

Ein deutscher Arzt ist wegen eines sexuellen Übergriffs in der Schweiz verurteilt und mit einem Berufsverbot belegt worden. Laut der Anklage hatte der 51-Jährige eine damals 18-jährige Patientin im Intimbereich untersucht, obwohl sie wegen Erkältungssymptomen zu ihm kam. In einem am Mittwoch veröffentlichten Entscheid bestätigte ein Berufungsgericht in Zürich die Verurteilung wegen «Schändung».

Der Mediziner wurde zu einer 15-monatigen Bewährungsstrafe sowie zu einer Entschädigungszahlung von 1500 Franken (1400 Euro) an die junge Frau verurteilt. Der Arzt kann auch noch vor dem Schweizer Bundesgericht dagegen berufen.

Wegen früherer Beschwerden untersucht

In der Berufungsverhandlung in Zürich bestritt der Angeklagte, dass er die Patientin missbraucht habe. Als sie im Oktober 2019 ein Ärztezentrum im Kanton Zürich aufsuchte, habe er die Frau auch wegen früherer Beschwerden untersuchen wollen und eine mögliche Eileiterschwangerschaft oder Blinddarmentzündung ausschliessen wollen. Laut der Staatsanwältin war diese Erklärung jedoch nicht glaubhaft, da in den genauen Patientenakten des Arztes die Untersuchung im Intimbereich nicht dokumentiert war.

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Hier findest du Hilfe:

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

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Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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(DPA/roa)

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