Eigenheim: Zürcher greifen bei Häusern am schnellsten zu

Aktualisiert

EigenheimZürcher greifen bei Häusern am schnellsten zu

56 Tage braucht es im Schnitt, bis in Zürich ein Haus verkauft wird, in anderen Regionen dauert es deutlich länger. Ein Vergleich.

von
kwo
1 / 9
Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern in der Schweiz bleibt hoch: eine Baustelle im Kanton Zürich (Archivbild).

Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern in der Schweiz bleibt hoch: eine Baustelle im Kanton Zürich (Archivbild).

Keystone/Gaetan Bally
2016 wurden in der Schweiz 30'300 Einfamilienhäuser auf Online-Portalen ausgeschrieben.

2016 wurden in der Schweiz 30'300 Einfamilienhäuser auf Online-Portalen ausgeschrieben.

Keystone/Steffen Schmidt
Das sind 6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das sind 6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Keystone/Gaetan Bally

Viele Schweizer träumen vom Eigenheim: 2016 wurden in der Schweiz 30'300 Einfamilienhäuser auf Online-Portalen ausgeschrieben. Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Im Schnitt dauerte es 104 Tage, bis sich ein Käufer finden liess, wie aus einer Studie von Homegate und der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) hervorgeht. 2015 waren es noch 98 Tage gewesen.

Allerdings zeigten sich massive Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. Im Grossraum Zürich wurde ein Haus im Schnitt innert 56 Tagen verkauft. Ganz anders sah die Situation im Tessin aus: 140 Tage lang mussten Häuser dort ausgeschrieben werden, bis sich ein neuer Besitzer für sie finden liess.

Häuser mit 5,5 Zimmern beliebt

Dabei waren Einfamilienhäuser in Städten und den angrenzenden Gemeinden besonders gefragt. Diese suburbanen Gemeinden machten mit fast 30 Prozent der untersuchten Inserate auch den grössten Teil des Schweizer Markts für Einfamilienhäuser aus.

Am stärksten fragten die potenziellen Käufer in diesen Gebieten kleinere Häuser mit einem Kaufpreis von unter einer Million Schweizer Franken nach. Die Wunschgrösse solcher Häuser lag bei den Käufern meist bei 5,5 Zimmern.

Genfer bezahlen hohe Preise

Gerade der Vergleich nach Regionen zeigt aber: Für Genfer ist es illusorisch, sich Hoffnungen auf ein solches Haus für einen Preis von unter einer Million zu machen. Denn ein Haus ist in der Region Genf doppelt so teuer wie im Mittelland um Bern.

Ein Durchschnittshaus wurde in Agglomerationsgemeinden im Mittelland für knapp 900'000 Franken angeboten, im Grossraum Genf wurden 1,6 Millionen Franken verlangt. Die Grösse dieses Musterhauses sind 180 Quadratmeter.

Nutzt man die Zahlen aus der Studie, so lassen sich auch die Kosten eines solchen Musterhauses an spezifischen Orten berechnen. In der Stadt Genf kostete es knapp 1,9 Millionen Franken, in den Vorortsgemeinden war es etwas günstiger, nämlich 1,8 Millionen Franken.

Im Gegensatz dazu kostete ein solches Haus in Vorortsgemeinden von Zürich im Schnitt nur 1,44 Millionen Franken, in der Stadt selbst mit 1,46 Millionen nur wenig mehr. Dabei gilt es jedoch zu beachten, so die Verfasser der Studie, dass es in Städten nur sehr selten freie Einfamilienhäuser zu kaufen gebe.

«Mehr Freiheit und weniger Konflikte»

Die grossen Preisunterschiede zwischen den einzelnen Städten zeigen sich auch bei den Preisen pro Quadratmeter. In kleineren Städten im Mittelland kosten die günstigsten Objekte ab 5000 Franken pro Quadratmeter. In den teuren Städten Zürich und Genf werden Einfamilienhäuser für 8100 beziehungsweise 10'500 Franken pro Quadratmeter angeboten.

Insgesamt, so das Fazit der Autoren der Studie, dürfte die Nachfrage nach Häusern in der Schweiz weiterhin stabil bleiben. Peter Ilg, Professor am Swiss Real Estate Institute der HWZ, erklärt: «Als Besitzer eines Einfamilienhauses ist man, im Unterschied zu Eigentumswohnungen, Alleineigentümer des gesamten Hauses.» Zudem habe man mehr räumliche Distanz zu den Nachbarn. Dies gebe mehr Freiheit und weniger Konflikte.

Einfamilienhäuser für traditionelle Familienmodelle

Ein weiterer wichtiger Punkt sei, dass die Geburtenziffer in der Schweiz seit dem Jahr 2001 kontinuierlich ansteige. «Sie ist in den letzten 15 Jahren um über 10 Prozent von 1,38 auf 1,54 gestiegen», so der Immobilien-Experte. Gleichzeitig sei die Anzahl der Heiraten in der Schweiz nach wie vor konstant. Ilgs Schlussfolgerung: «Das Leben traditioneller Familienmodelle beflügelt naturgemäss die Nachfrage nach Einfamilienhäusern.»

Ausserdem würden die aktuell tiefen Hypozinsen die Nachfrage nach Wohneigentum unterstützen.

Deine Meinung