12.02.2015 05:04

1 km pro Tag

Zürcher haben keinen Bock aufs Velo

Obwohl in 70 Prozent aller Zürcher Haushalte ein Velo steht, ist es bloss für 2 Prozent des Verkehrsaufkommens im ganzen Kanton verantwortlich.

von
fro
Das Fahrrad bewältigt rund zwei Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens in Zürich.

Das Fahrrad bewältigt rund zwei Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens in Zürich.

Rund 70 Prozent der Zürcher Haushalte haben einen Drahtesel, aber lassen diesen offensichtlich vielfach stehen. Gemäss der Repräsentativbefragung «Mikrozensus Mobilität und Verkehr 2010» fährt ein Zürcher im Schnitt am Tag lediglich einen Kilometer mit dem Velo – das sind nur zwei Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens, heisst es in einer Medienmitteilung der Direktion der Justiz und des Innern.

Mit diesen Zahlen liegt der Kanton Zürich im Vergleich zu den anderen Kantonen sehr weit hinten. Vorneweg ist die Velo-Hochburg Basel-Stadt. Im Tessin und den Westschweizer Kantonen kommt das Fahrrad jedoch noch weniger als zwei Prozent zum Einsatz.

Jung, männlich, vom Land

Der typische Zürcher Velofahrer sei jung, männlich und wohne auf dem Land. «Vielleicht sind Männer eher sportbegeistert und machen lieber mal eine Velotour», sagt Thomas Hofer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Statistischen Amtes. Ausserdem habe es in ländlichen Regionen ein kleineres Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln, weshalb dort eher das Velo benutzt wird. «In der Stadt fahren Trams und Busse fast rund um die Uhr.»

Pro Velo Kanton Zürich überraschen diese niedrigen Zahlen nicht. «Vorherige Statistiken sahen ziemlich ähnlich aus», sagt Monika Hungerbühler, Verantwortliche für den Bereich Infrastruktur. «Aber wir sehen ein grosses Potenzial für den Veloverkehr.» Ein wichtiges Anliegen sei die Verbesserung der Infrastruktur – vor allem in urbanen Gebieten. Dort will man mit Radwegprojekten eine Veränderung schaffen.

Kinder sollen mehr Velo fahren

Zudem bietet Pro Velo Fahrkurse an, damit vor allem Kinder wieder öfter aufs Velo steigen. Denn aus Angst lassen viele Eltern ihre Kinder nicht mehr mit dem Fahrrad auf die Strasse.

E-Bikes gegenüber ist Pro Velo positiv eingestellt. «Dank den E-Bikes können weitere Strecken zurückgelegt werden», so Hungerbühler. Die Leute fahren dadurch eher Strecken, die sie mit einem normalen Fahrrad nicht zurücklegen würden.

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