Dekret zu Wahllisten: Zürcher Italiener demonstrieren gegen Berlusconi
Aktualisiert

Dekret zu WahllistenZürcher Italiener demonstrieren gegen Berlusconi

Berlusconis Tricksereien werfen auch unter den Italienern in der Schweiz hohe Wellen. Vor dem Konsulat in Zürich drückten einige ihren Ärger aus - und baten um Hilfe in einem Betrug um Pensionskassengelder.

Demonstranten vor dem italienischen Konsulat in Zürich kritisieren Berlusconis Dekret, das die Wahllisten seiner Partei in der Region um Rom trotz negativem Gerichtsbeschluss zulässt - und bitten um Hilfe in einem Betrugsfall. (Bild: Leser-Reporter)

Demonstranten vor dem italienischen Konsulat in Zürich kritisieren Berlusconis Dekret, das die Wahllisten seiner Partei in der Region um Rom trotz negativem Gerichtsbeschluss zulässt - und bitten um Hilfe in einem Betrugsfall. (Bild: Leser-Reporter)

Italienische Mitte-Links-Parteien protestierten gegen ein Dekret von Silvio Berlusconi. Und ein unpolitisches Komitee forderte Hilfe für Opfer eines Betrugsfalls.

Gegen 100 Personen haben am Samstag an einer Kundgebung vor dem italienischen Konsulat in Zürich teilgenommen. Der Protest der in Zürich vertretenen Mitte-Links-Parteien unter dem Motto «Si alle regole, no ai trucchi» (Ja zu Regeln, nein zu Tricks) richtete sich gegen ein Dekret des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi, wonach bei Regionalwahlen in der Region Lazio - inklusive Rom - die Wahlliste seiner Partei trotz negativem Entscheid des Verwaltungsgerichts zugelassen werden.

Das Komitee CDF (Comitato difesa famiglie) setzt sich ein für die Opfer eines Betrügers und verlangt Hilfe vom italienischen Konsulat beziehungsweise vom italienischen Staat. Gemäss CDF-Präsident Marco Tommasini hat der Generalkonsul an der Kundgebung versprochen, sich beim italienischen Aussenministerium für die Anliegen der Betroffenen einzusetzen.

Betrüger veruntreut Pensionskassengelder

Das CDF vertritt rund 40 Opfer. Laut Tommasini hatten sie sich vom Patronato INCA-CGIL, einer Hilfsorganisation der italienischen Gewerkschaft CGIL für italienische Arbeitnehmer im Ausland, beraten lassen. Es ging um die Auszahlung der Pensionskassenrente oder Freizügigkeitskonten.

Das CDF wirft dem ehemaligen Zürcher INCA-CGIL-Direktor vor, seit mindestens 2002 systematisch Pensionskassengelder mit gefälschten Unterschriften und Beglaubigungen des italienischen Konsulats veruntreut zu haben. Strafuntersuchungen sind noch im Gange, zu einer Anklage ist es bis heute nicht gekommen. Die Kundgebung verlief friedlich, wie es bei der Stadtpolizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA hiess. (sda)

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