Cage Warriors: Zürcher Kampfsportler auf Londoner Bühne
Aktualisiert

Cage WarriorsZürcher Kampfsportler auf Londoner Bühne

Die Kampfsportler Benjamin Brander und Gregor Weibel treten am 15. Februar bei der Meisterschaft Cage Warriors 64 in London an. Nur wenige Schweizer haben dies bisher geschafft.

von
blu
Nach dem letzten Training vor der Abreise nach London (v.l.): Augusto Frota mit Benjamin Brander und Gregor Weibel sowie Trainingspartner Martin Buschkamp und Ivan Musardo.

Nach dem letzten Training vor der Abreise nach London (v.l.): Augusto Frota mit Benjamin Brander und Gregor Weibel sowie Trainingspartner Martin Buschkamp und Ivan Musardo.

In jeder freien Minute tauschen Student Benjamin Brander (26) den Uni-Hörsaal und Maurer Gregor Weibel (27) die Baustelle gegen ihr grösstes Hobby: den Kampfsport. Dieser führt die beiden Zürcher am kommenden Wochenende sogar nach London. Dort werden die beiden Kampfsportler der Profi-Kategorie bei der Meisterschaft Cage Warriors 64 antreten. «Ich freue mich darauf, das war immer ein Traum von mir», sagt Weibel.

Zwar erhält man bei den Cage Warriors, der in Europa führenden Organisation für Mixed Martial Arts (MMA), nicht die grossen Gagen – dafür gilt der Anlass als Sprungbrett für Amerika und Asien. Nur eine Handvoll Schweizer haben es bis anhin auf diese grosse, internationale Bühne geschafft. «Das liegt vor allem am kleinen Markt für Kampfsport in der Schweiz», sagt Augusto Frota, der Trainer der beiden. Die meisten Schweizer sähen den Sport etwas kritisch, dieser sei ihnen zu brutal. «Die talentierten Sportler kriegen deshalb wenig Aufmerksamkeit – dies erschwert uns die Verhandlungen mit den grossen Internationalen Organisationen.» Das sei mit ein Grund, weshalb man in der Schweiz nicht davon leben könne.

Von heute auf morgen zum Weltmeister

Brander und Weibel trainieren bis zu zwölf Mal pro Woche: Brazilian Jiu Jitsu, Muay Thai, Ringen, Boxen und Conditioning müssen unter einen Hut gebracht werden. «Neben meinem Studium arbeite ich nebenbei in einem Büro – glücklicherweise bin ich bei beidem sehr flexibel», antwortet Brander auf die Frage, wie er das Trainingspensum mit seinem Alltag vereinbaren könne. Für Freunde und Freizeit bleibe daneben allerdings kaum Zeit, fügt er hinzu.

Erst Mister Schweiz - nun Kickboxweltweister

Gregor Weibel, ein ehemaliger Snowboarder, ist für den Kampfsport extra von Glarus nach Zürich gezogen. Von seiner Arbeit als Maurer nimmt er sich, wenn möglich, für die intensiven Vorbereitungen vor Kämpfen frei.

Brasilianische Kickbox-Fussballer

Wegbereiter für andere

«Es gibt Leute, die glauben, man könne von heute auf morgen Weltmeister werden – so läuft das aber nicht», sagt Frota. «Beni und Gregi arbeiten hart und machen einen Schritt nach dem anderen. Sie wollen sich stets verbessern und betrachten sich und ihre Leistungen stets selbstkritisch.» Mit starken Auftritten in London könnten Brander und Weibel am Samstag nicht nur ihrer eigene Karriere auf die Sprünge helfen – sie könnten auch Wegbereiter für weitere Schweizer Kampfsportler werden.

Deine Meinung