28.07.2016 10:10

Kontakt nach Verbrechen Zürcher Kapo hat als einzige ein «Opfertelefon»

Auch Tage nach einem Verbrechen kümmert sich die Kantonspolizei Zürich um die Geschädigten. Das bringt Vorteile für beide Seiten.

von
ced
Der Kontakt zum Opfer wird auch nach der Tat aufrechterhalten.

Der Kontakt zum Opfer wird auch nach der Tat aufrechterhalten.

Keystone/Alessandro Della Bella

Schweizweit ist die Praxis einzigartig: Rund drei Tage nach der Tat ruft ein Polizist bei den Geschädigten an, fragt nach dem Befinden und gibt Auskunft über den Stand der Ermittlungen. Das «Opfertelefon» wurde bei der Kantonspolizei Zürich vor rund einem Jahr eingeführt.

Zum Einsatz kommt es laut dem «SRF Regionaljournal», wenn Betroffene direkten Kontakt zum Täter hatten oder in ihre Privatsphäre eingedrungen wurde – namentlich bei Einbrüchen, Überfällen oder Gewaltdelikten.

«Viele Opfer haben schlaflose Nächte»

Ein Anruf habe verschiedene Funktionen. Wichtigstes Ziel sei jedoch, den Opfern zu vermitteln, dass ihnen jemand zur Seite stehe, sagt Ralf Bättig, Chef der Regionalpolizei beim Kanton Zürich: «Es bleiben oft grosse Ängste zurück. Viele Opfer haben schlaflose Nächte.»

Nebst dem Zuhören und Beruhigen soll ein Anruf auch Transparenz vermitteln: Den Geschädigten wird der Stand der Ermittlungen mitgeteilt, auch wenn ein Täter noch nicht gefasst ist. Oft kommt es auch vor, dass die Polizei neue Hinweise erhält, wenn sich das Opfer etwas beruhigt hat – so profitieren beide Seiten davon.

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