Aktualisiert 12.02.2015 21:51

Familiendrama Flaach

Zürcher Kesb soll Pikettdienst einführen

Damit sich das Familiendrama von Flaach ZH nicht wiederholt, ist auch der Zürcher Regierungsrat für einen Kesb-Pikettdienst. Gegen die gesetzliche Verankerung ist lediglich die SVP.

von
cho
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Nicolas (5) und Alessia (2) wurden am 1. Januar 2015 tot im Haus ihrer Eltern in Flaach ZH gefunden.

Nicolas (5) und Alessia (2) wurden am 1. Januar 2015 tot im Haus ihrer Eltern in Flaach ZH gefunden.

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Ihre Mutter Natalie K. (27) wurde unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Sie hatte sich selber Verletzungen zugefügt.

Ihre Mutter Natalie K. (27) wurde unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Sie hatte sich selber Verletzungen zugefügt.

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Im hinteren Hausteil (links) in Flaach lebte die Familie. Am 6. Januar gab die Rechtsmedizin bekannt, dass die beiden Kinder offenbar von ihrer Mutter erstickt wurden.

Im hinteren Hausteil (links) in Flaach lebte die Familie. Am 6. Januar gab die Rechtsmedizin bekannt, dass die beiden Kinder offenbar von ihrer Mutter erstickt wurden.

Keystone/Walter Bieri

Der Zürcher Regierungsrat befürwortet die gesetzliche Verankerung eines Kesb-Pikettdienstes. Er ist damit gleicher Meinung wie ein grosser Teil des Kantonsrates, der vor vier Wochen einen entsprechenden Vorstoss für dringlich erklärte.

Der Regierungsrat ist bereit, die Einführung eines Pikettdienstes zu prüfen, wie es in einer am Donnerstag veröffentlichen Antwort auf das dringliche Postulat von Grünen und CSP heisst.

Seit 2012 gefordert

Die Regierung betont dabei allerdings, dass sie einen solchen Dienst bereits bei der Einführung der Kesb im Jahr 2012 beantragt hatte. Die bürgerliche Mehrheit wollte die Kesb damals aber nicht zusätzlich aufblähen und dieses Angebot nicht im Gesetz verankern.

Dass es jetzt trotzdem einen Pikettdienst geben soll, ist eine Folge des zweifachen Tötungsdelikts vom Neujahrstag in Flaach. Eine 27-jährige Frau brachte ihre beiden Kinder um, vermutlich weil sie diese nicht zurück ins Heim bringen wollte.

Die Kesb hatte die vorübergehende Unterbringung in einem Heim angeordnet, weil sie die Familiensituation als instabil erachtete. Ob das Tötungsdelikt hätte verhindert werden können, wenn die Kesb über die Feiertage gut erreichbar gewesen wäre, ist aber unklar.

SVP gegen gesetzliche Verankerung

Nach wie vor gegen die gesetzliche Verankerung eines Pikettdienstes ist die SVP. Von einer professionellen Behörde sei zu erwarten, dass sie einen solchen Dienst selber organisiere und zwar «ohne neue Gesetze, neue Staatsgelder und neues Personal».

Die Erreichbarkeit sei auch nicht das Problem, sondern die Betreuung nach angeordneten Massnahmen, argumentiert die Partei. (cho/sda)

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