Zürcher Kirchenrat widersetzt sich dem Papst
Aktualisiert

Zürcher Kirchenrat widersetzt sich dem Papst

«Wo Christus an seinen Tisch lädt, haben wir keine Grenzen zu ziehen», schreibt der reformierte Kirchenrat des Kantons Zürich in einem Brief an Pfarreien und Krichgemeinden.

Er ruft zur weiteren Pflege der ökumenischen Kooperation auf. Die über Jahrzehnte gewachsene ökumenische Zusammenarbeit im Kanton Zürich habe sich bewährt, schreibt der Kirchenrat in seinem am Freitag veröffentlichten Brief. Auch wenn in den vergangenen Monaten von katholischer Seite immer wieder die Grenzen der ökumenischen Zusammenarbeit betont worden seien, ermutige er zum weiteren Zusammengehen der Konfessionen.

Der Kirchenrat bezieht sich auf den Zürcher Ökumenebrief aus dem Jahr 1997. Drin halten der Kirchenrat und der damalige Weihbischof Peter Henrici fest, dass «unsere Kirchen viel mehr miteinander verbindet als trennt». Separates Vorgehen der Schwesterkirchen müsse begründet werden: «Kooperation ist die Norm, Alleingang die Abweichung».

Eucharistische Gastfreundschaft

Der Kirchenrat ermuntert die Kirchenvertreterinnen und-vertreter sowie die Gläubigen, weiterhin ökumenische Gottesdienste abzuhalten und gegenseitig eucharistische Gastfreundschaft zu pflegen. Sie sollten sich dabei auch nicht von gelegentlichen Misstönen - hüben und drüben - entmutigen lassen.

Eucharistische Gastfreundschaft bedeutet die Teilnahme von Gläubigen der jeweils anderen Konfession am Abendmahl. Daran solle auch nicht hindern, dass evangelische und katholische Theologen inbezug auf das Abendmahl unterschiedliche Akzente setzten und die Gegenwart Christi unterschiedlich deuteten: «Wo Christus zu Tische lädt, haben wir keine Grenzen zu setzen.»

Mit seinem Schreiben setzte sich der Zürcher Kirchenrat in klaren Widerspruch zu jüngsten Weisungen aus Rom. Sie stellen sich einer Annäherung der Konfessionen gerade entgegen und warnen vor einer «Verdunkelung des rechten Glaubens und der katholischen Lehre».

(sda)

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