Keine Interessenten: Zürcher «Kokain-Seminar» ein Flop

Aktualisiert

Keine InteressentenZürcher «Kokain-Seminar» ein Flop

Das «Kokain-Seminar» der Stadt Zürich stösst auf wenig Interesse. Bis jetzt hat sich erst eine Person für die Drogentherapie im Viersterne-Hotel angemeldet, nur zwei weitere zeigen Interesse.

Falls sich bis Mitte Mai nicht mehr Süchtige melden, wird das Pilotprojekt abgeblasen. Die Stadt Zürich will die neuntägige Therapie im Viersterne-Hotel nur dann durchführen, wenn sich mindestens sechs Personen angemeldet haben.

Das Intensivprogramm stehe nicht nur Zürchern offen, sondern allen Personen, die Deutsch sprechen, betont Projektleiter Urs Vontobel. Auch Ausländer könnten daran teilnehmen.

Die Drogentherapie «im diskreten Rahmen eines Seminarhotels» richtet sich an gut integrierte Abhängige, die als Folge des Kokainmissbrauchs bei der Arbeit nachlassen oder Freunde und Familie verlieren. Das neuntägige Programm kostet 6250 Franken - dafür könnte man rund 80 Gramm Kokain erwerben - und wird nicht von der Krankenkasse übernommen.

Vontobel glaubt nicht, dass die Kosten der Grund für die fehlenden Anmeldungen sind. «Die Therapie richtet sich an Leute, die ein regelmässiges Einkommen haben», sagte er auf Anfrage. Zudem habe die Zielgruppe ihr Geld schon für Dümmeres ausgegeben, Wochenendausflüge beispielsweise oder eben Kokain.

Über die Gründe der Zurückhaltung lasse sich nur spekulieren, schreibt die Stadt Zürich in einer Mitteilung vom Mittwoch. Möglich seien die Angst vor Verlust der Anonymität oder Schamgefühle gegenüber dem sozialen Umfeld. (sda)

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