Änderung verzögert sich: Zürcher Lehrer ärgert sich über verkürzten Vaterschaftsurlaub
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Änderung verzögert sichZürcher Lehrer ärgert sich über verkürzten Vaterschaftsurlaub

Ein 39-jähriger Familienvater kann derzeit nur fünf Tage Papizeit beziehen, weil das Zürcher Lehrpersonalrecht noch nicht angepasst wurde. Die Änderung soll bald kommen.

von
Lynn Sachs
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Ein Zürcher Lehrer ist enttäuscht, weil er nur fünf statt zehn Tage Vaterschaftsurlaub beziehen darf. (Symbolbild)

Ein Zürcher Lehrer ist enttäuscht, weil er nur fünf statt zehn Tage Vaterschaftsurlaub beziehen darf. (Symbolbild)

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Grund: Das Reglement im Lehrpersonalrecht wurde noch nicht angepasst. Die restlichen fünf Tage können zu einem späteren Zeitpunkt bezogen werden. (Symbolbild)

Grund: Das Reglement im Lehrpersonalrecht wurde noch nicht angepasst. Die restlichen fünf Tage können zu einem späteren Zeitpunkt bezogen werden. (Symbolbild)

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Da der 39-Jährige seine Frau aber jetzt unterstützen will, hat er unbezahlten Urlaub genommen. (Symbolbild)

Da der 39-Jährige seine Frau aber jetzt unterstützen will, hat er unbezahlten Urlaub genommen. (Symbolbild)

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Darum gehts

  • Im Zürcher Lehrpersonalrecht wurde die Anzahl der Tage des Vaterschaftsurlaub noch nicht angepasst.

  • Entsprechend können Lehrer derzeit nur fünf Tage Papizeit beziehen.

  • Ein 39-jähriger Familienvater nervt sich: Er brauche die vollen zwei Wochen jetzt.

  • Laut dem Zürcher Volksschulamt soll die Regelung bis Ende des ersten Quartals angepasst werden.

Seit Anfang Jahr haben Väter ein Anrecht auf zwei Wochen Vaterschaftsurlaub. Aber das scheint nicht für alle zu gelten, wie ein Zürcher Sekundarschullehrer gegenüber dem «Beobachter» schildert. Der 39-Jährige wurde vor kurzem erneut Vater und geniesst jede Minute mit seinem Neugeborenen. Doch diese Zeit ist für ihn beschränkt, weil er nur fünf Tage Vaterschaftsurlaub beziehen kann.

Grund: Das Lehrpersonalrecht wurde bis anhin noch nicht angepasst, wie Myriam Ziegler, Leiterin des Zürcher Volksschulamts, dem Magazin bestätigt. Die Zürcher Finanzdirektion erklärt, man habe mehrere Punkte im Reglement «im gleichen Aufwisch» anpassen wollen. Da diese aber teilweise schwieriger umzusetzen seien als der Vaterschaftsurlaub, habe sich auch dieser verzögert.

Das Volksschulamt bedauert diese Umstände: «Wir gehen davon aus, dass die neue Regelung gegen Ende des ersten Quartals 2021 bereitstehen wird», so Ziegler. So sollen die neuen Väter die restlichen fünf Tage zu einem späteren Zeitpunkt beziehen dürfen. Doch diese Verschiebung helfe der Familie des 39-Jährigen nur wenig. «Meine Frau wäre jetzt gar nicht in der Lage, sich um alles zu kümmern». Sie brauche ihn jetzt und nicht erst in drei Monaten. Deshalb hat der Familienvater einen unbezahlten Urlaub beantragt.

Zusätzliche Hürden für Lehrer

Vom fünftägigen Vaterschaftsurlaub sind laut dem Artikel verschiedene Angestellte des Kantons Zürich betroffen. Dabei gebe es aber für den Lehrerberuf eine zusätzliche Hürde. Im Gegensatz zu anderen kantonalen Angestellten könne ein Lehrer keine Ferientage ausserhalb der vorgegebenen Schulferien einreichen. Und auch beim unbezahlten Urlaub gibt es demnach einen Unterschied: Würde sich der Vater für fünf Tage beurlauben lassen, würden ihm trotzdem sieben Tage vom Lohn abgezogen werden – fünf Tage Unterrichtszeit und zwei Tage für die entfallene Vorbereitungszeit.

Der Familienvater bedauert die Unflexibilität des Volksschulamts im Artikel. «Es bleibt das Gefühl zurück, dass wir beschissen werden.» Bis anhin ist es laut dem «Beobachter» noch unklar, ob den Vätern nach der Gesetzesänderung der Lohnausfall des unbezahlten Urlaubs zurückerstattet wird.

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