Zürcher Lehrer an Tuberkulose gestorben
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Zürcher Lehrer an Tuberkulose gestorben

Ein 47-jähriger Lehrer eines Oberstufenschulhauses in Zürich ist an Tuberkulose gestorben. Er hatte jahrelang nicht realisiert, dass er infiziert war und hat neun seiner Schüler angesteckt.

Otto Brändli, Präsident der Zürcher Lungenliga und Chefarzt an der Lungenabteilung der Höhenklinik Wald ZH, bestätigte am Donnerstag eine Meldung von Radio DRS. Beim Oberstufenlehrer des Schulhauses Ämtler in Zürich-Wiedikon war die Krankheit im Juli entdeckt worden. Er wurde darauf sofort in der Klinik Wald durch Brändli behandelt.

Symptome nicht ernst genommen

Beim Lehrer sei die Krankheit aber bereits stark fortgeschritten gewesen, sagte Brändli weiter. Deshalb sei dieser jetzt trotz der intensiven Chemotherapie verstorben. Der Lehrer habe die Krankheit lange Zeit nicht realisiert und sich trotz Symptomen zu spät in ärztliche Pflege begeben, bedauerte Brändli.

Dagegen seien die angesteckten Jugendlichen erfolgreich mit Antibiotika behandelt worden. Diese seien zwar infiziert, aber nicht krank gewesen, sagte Brändli. Bei der Tuberkulose geschieht die Infektion über Tröpfchen, beispielsweise wenn ein Erkrankter hustet.

Fälle auch in anderen Schulhäusern

Die Zürcher Lungenliga hatte im Sommer nach Bekanntwerden des Vorfalls die Eltern der betroffenen Schüler aus mehreren Sekundarklassen informiert und aufgeklärt. Die Schüler wurden untersucht.

Laut Brändli waren im letzten Sommer auch noch drei andere Schulhäuser in Zürich von Tuberkulosefällen betroffen. Diese hätten jedoch keinen Zusammenhang gehabt mit dem jetzt verstorbenen Lehrer.

In allen Fällen seien die nötigen Massnahmen getroffen worden. Dazu werde es an Freitag noch eine Information des Schulärztlichen Dienstes der Stadt Zürich geben.

(sda)

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