Forderung nach Entlastung: Zürcher Lehrer demonstrieren
Aktualisiert

Forderung nach EntlastungZürcher Lehrer demonstrieren

Die Lehrerinnen und Lehrer im Kanton Zürich wollen am (morgigen) Mittwoch eine Protestaktion abhalten.

Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) hat seine rund 4000 Mitglieder dazu aufgerufen, während der Schulzeit eine Personalversammlung einzuberufen.

Bei dieser Personalversammlung sollen die Lehrer diskutieren, mit welchen Massnahmen sie am besten entlastet werden sollen. In einem Fragebogen des ZLV werden sie zudem gefragt, ob sie auch für längere Zeit streiken würden, sofern die Bildungsdirektion den Forderungen der Lehrer nicht entgegenkommt.

Die Protestaktionen findet in den meisten teilnehmenden Schulhäusern in der letzten Lektion des Morgens statt. Wie ZLV- Präsidentin Lilo Lätzsch am Dienstag auf Anfrage der SDA sagte, werden jene Schüler, die von den Eltern betreut sind, nach Hause geschickt.

Jene, die nicht nach Hause können, würden in der Schule betreut und etwa durch Fachlehrer beaufsichtigt. Dies könne jedes Schulhaus selber entscheiden. Die Eltern seien ausserdem bereits mit einem Brief informiert worden.

Zahl der protestierenden Lehrer unbekannt

Wie Lätzsch weiter sagte, würden die teilnehmenden Lehrer die Fragebogen und Entlastungsvorschläge nach der Personalversammlung an den ZLV zurückschicken. Dieser will noch vor Weihnachten darüber informieren, welche Entlastungen sich die Lehrer am ehesten vorstellen könnten.

Ein Entscheid, ob gestreikt wird oder nicht, wird laut Lätzsch aber nicht vor Weihnachten fallen. Ein Streik sei auch keineswegs ein angestrebter nächster Schritt. Zuerst wolle man mit Verhandlungen etwas erreichen.

Wie viele Schulhäuser im Kanton mitmachen, weiss die ZLV- Präsidentin nicht. Auch die Bildungsdirektion hat keine Kenntnis darüber, weil die Schulhäuser ihre Personalversammlung nicht melden müssen.

Winterthur: Keine Konsequenzen für teilnehmende Lehrer

In Winterthur, wo jede zweite Lehrperson Mitglied des ZLV ist, hofft Schulvorsteher Stefan Fritschi, dass es sich einige anders überlegen und die Personalversammlung nicht während der Schulzeit abhalten.

Er ist der Ansicht, eine solche Versammlung während der Schulzeit sende ein falsches Signal und sei somit kontraproduktiv, wie er auf Anfrage der SDA erklärte. «Dass die Belastung gross ist, wird heute schliesslich allgemein anerkannt.»

Wie viele Winterthurer Lehrer in welchen Schulhäusern mitmachen, weiss Fritschi nicht. «Ich werde auch keine Liste machen», sagte er. Konsequenzen haben Teilnehmer keine zu befürchten. «Angesichts der gegenwärtigen Stellensituation werden wir sicher niemanden für diese Aktion bestrafen.» (sda)

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