Zürcher Linksaktivistin vor Gericht
Aktualisiert

Zürcher Linksaktivistin vor Gericht

Zwölf Monate Gefängnis unbedingt wegen mehrfachen Landfriedensbruchs sowie des Versuchs dazu fordert die Zürcher Staatsanwaltschaft für die Linksaktivistin Andrea Stauffacher.

Die Verteidigung verlangt einen Freispruch. Das Urteil folgt später.

Die 55-jährige Ikone der Zürcher Linksautonomen stand am Dienstag zum wiederholten Mal vor dem Bezirksgericht. Zum Prozess war denn auch eine Schar von Anhängern erschienen. Beobachtet wurde das Geschehen von einem grossen Polizeiaufgebot. Wie gewohnt verweigerte die Angeklagte die Aussage und verkündete statt dessen marxistische Parolen.

Der Staatsanwalt erschien nicht persönlich, die Anklageschrift wurde verlesen. Eine unbedingte Strafe verlangt der Ankläger aufgrund verschiedner Vorstrafen und weil der Angeklagten keine günstige Prognose ausgestellt werden könne.

Der Anklagepunkt des mehrfachen Landfriedensbruchs bezieht sich auf mehrere Demonstrationen in den Jahren 2002 und 2004, unter anderem gegen die Inhaftierung des Öko-Terroristen Marco Camenisch und den Irakkrieg. Beim versuchten Landfriedensbruch ging es um eine 1.-Mai-Demonstration von 2004, die von der Polizei gleich zu Beginn gestoppt worden war.

«Blanker Unsinn»

Dieser Vorwurf sei «blanker Unsinn», erklärte Verteidiger Bernard Rambert. Das allgemein gültige Prinzip der Unschuldsvermutung lasse ihn gar nicht zu.

Was den Anklagepunkt des mehrfachen Landfriedensbruchs angehe, so sei nicht erwiesen, dass seine Mandantin bei den entsprechenden Ereignissen aktiv beteiligt gewesen sei. Teils sei sie bloss zufällig am Ort des Geschehens gewesen. Im übrigen sei die politische Auseinandersetzung auf der Strasse erlaubt. Der Prozess sei ein politischer und kein strafrechtlicher, kritisierte Rambert.

(sda)

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