Zürcher Milieukönig wollte sich töten
Aktualisiert

Zürcher Milieukönig wollte sich töten

Drama im Kreis 4: Milieukönig Hans Peter Brunner wollte sich erschiessen. Möglicher Hintergrund: Gleichentags ist ein Strafprozess gegen ihn angelaufen – Brunner drohten bis zu vier Jahre Zuchthaus.

Wegen Betrügereien in Millionenhöhe sollte gestern Morgen um 8.15 Uhr Milieukönig Hans Peter Brunner vor dem Bezirksgericht erscheinen. Aber er kam nicht. Der 60-Jährige hatte versucht, sich mit einer Faustfeuerwaffe das Leben zu nehmen. Um 13 Uhr wurde Brunner blutüberströmt in seiner wie eine Festung gesicherten Wohnung, mitten im so genannten Bermuda-Dreieck des Zürcher Rotlichtviertels, gefunden.

Im darunterliegenden Restaurant Sonne, von dem Brunner Pächter ist, sass der Schock tief. «Zu seinen Angestellten war er ein herzensguter Typ, kein Schinder», erzählte einer. Doch wirklich reden wollte niemand.

Der Staatsanwalt hat gestern eine vierjährige Zuchthausstrafe gefordert – unter anderem wegen mehrfachen Betrugs, Veruntreuung, ungetreuer Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung und Hehlerei. Hans Peter Brunner soll Mitte der 90er-Jahre für den Untergang der Kreditanstalt Grabs mitverantwortlich gewesen sein. Es fehlten 48 Millionen Franken. Die Aktionäre erlitten Totalverlust.

Brunners Zustand wurde gestern Abend als kritisch eingestuft. Im Milieu herrscht Verunsicherung. Der «König» ist Pächter mehrerer Clubs, Restaurants und Bars im Kreis 4.

Alexandra Roder

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