Zürcher Nipplegate
Aktualisiert

Zürcher Nipplegate

Eine nackte Tatsache: Der Privatradio-Sender Energy Zürich zeigt auf Plakatwänden eine erregte Frau, deren blanke Brust den Ton angibt.

«Das ist eine sehr pornografische Inszenierung», ärgert sich Regina Probst, Geschäftsführerin der Frauenorganisation Terre des Femmes. Die Frau stelle ausschliesslich ein Sexobjekt dar, so Probst weiter. Energy-Programmleiter Dani Büchi kann die Aufregung nicht verstehen: «Wir befinden uns doch nicht auf einem Porno-Heftli-Niveau.» Man wolle mit dem Bild keinen Werbezweck verfolgen, es handle sich vielmehr um ein künstlerisch wertvolles Foto, erklärt Büchi. Das Busen-Plakat hätte in der Drive-in-Gallery im Parkhaus Gessnerallee ausgestellt werden sollen. Doch es war den zuständigen Stellen laut Büchi zu erotisch.

Nicht nur Frauen, sondern auch Männer halten das Plakat für anstössig, wie eine Umfrage von 20 Minuten ergab. Rätseln lässt vor allem auch, was die Aussage des Plakats sein könnte. Etwa «geile» Musik? «Wir sind ein frecher, junger Sender, der auch mal provozieren darf», so Büchi. Eine Aussage zum Programm mache das Sujet nicht, da es ja ursprünglich nicht als Werbeplakat geplant gewesen war.

Während zwei Wochen hängt der blanke Busen nun auf Plakatwänden an der Zürcher Weinberg- und der Tunnelstrasse.

Sandra Hänni

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