Zürcher Opernhaus dank Erbschaft kein Defizit

Aktualisiert

Zürcher Opernhaus dank Erbschaft kein Defizit

Mit einem Minigewinn von rund 34 000 Franken schliesst das Zürcher Opernhaus die Saison 2003/04 ab. Ohne eine Erbschaft in letzter Minute wäre trotz aller Anstrengung eine «rote Null» herausgekommen.

Der Ertrag in der Berichtssaison belief sich auf 120,91 Millionen Franken (Vorjahr 121,95 Millionen) der Aufwand auf 120,88 Millionen (123,12), wie Verwaltungsdirektor Otto Grosskopf am Dienstag vor den Medien ausführte. Der Selbstfinanzierungsgrad betrug 29,1 Prozent (28,5).

Die hauptsächlichen Einnahmen stammten mit 65,2 Millionen Franken aus öffentlichen Beiträgen und mit 31,9 Millionen aus Vorstellungseinnahmen. Mit 11,1 Millionen Franken lagen die Sponsoren- und Gönnerbeiträge nochmals knapp eine Million höher als im Vorjahr.

Weniger teure Vorstellungen, mehr Kinderopern

Obwohl die Vorstellungen besser besucht waren als in der Vorsaison, gingen die Vorstellungseinnahmen um 1,3 Millionen Franken zurück. Dies, weil 12 Vorstellungen weniger gegeben wurden- zugunsten von 9 Kinderopern, die laut Grosskopf pro Vorstellung 100 000 bis 120 000 Franken Mindereinnahmen bringen.

Minderausgaben von insgesamt 1,35 Millionen Franken ergaben sich vor allem aufgrund von tieferen Aufwendungen für Gastkünstler sowie tiefere Kosten für Orchester und Chor. 90,9 Millionen Franken der Gesamtausgaben entfielen auf den Personal-, 30 Millionen auf den Sachbereich.

Angesichts des allgemeinen Sparzwangs wäre es vielleicht «psychologisch und taktisch klüger» gewesen, ein kleines Minus auszuweisen, sagte Intendant Alexander Pereira. Die «ungeheure Erleichterung» des knapp positiven Ergebnisses sei aber «kein Vergleich mit jeder Taktik».

«Azubis» am Opernhaus

Verwaltungsratspräsident Josef Estermann erinnerte an die gesellschaftliche Bedeutung des Opernhauses auch als Ausbildungsstätte für junge Leute: Neben Lehrlingen gibt es Praktikantinnen und Praktikanten verschiedenster Bereiche Gelegenheit, den Betrieb kennenzulernen.

Zudem bietet es zahlreichen jungen Künstlerinnen und Künstlern «post graduate»-Ausbildungen. Zur Zeit sind dies gut 50 Personen in den Bereichen Gesang, Tanz und Musik. Insgesamt machen die Auszubildenden rund 10 Prozent des Personalbestandes aus.

(sda)

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