Aktualisiert 09.12.2008 13:06

Trotz KriseZürcher Opernhaus mit leichtem Gewinn

Volles Haus trotz Euro 2008. Die Fussballeuropameisterschaft hat im Zürcher Opernhaus nicht zum befürchteten Besucherschwund geführt. Das Haus hat in der Saison 2007/08 einen Gewinn von 80 000 Franken erwirtschaftet.

Diesen Gewinn nehme er mit «Freude und Befriedigung» zur Kenntnis, sagte Josef Estermann, Präsident des Verwaltungsrates, am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz des Opernhauses. Das Opernhaus präsentiere somit bereits zum fünften Mal hintereinander eine «Schwarze Null».

Dass es während der Euro nicht zu einem Besucherschwund gekommen sei, könnte auch daran gelegen haben, dass der Vorverkauf für die Produktionen, die in diese Zeit fielen, sehr früh begonnen habe, so Estermann. Zudem «beteiligte» sich das Opernhaus an der Euro, indem es beispielsweise «Carmen» in die Public-Viewing-Arena auf der Sechseläutenwiese übertrug.

Leichter Rückgang der Sponsorenbeiträge

Der Gesamtaufwand des Opernhauses belief sich in der Saison 2007/08 auf 130,7 Millionen Franken, wie der kaufmännische Direktor, Otto Grosskopf, ausführte.

Gönner und Sponsoren spendeten dem Opernhaus 11,6 Millionen Franken. Im Vorjahr waren es 12,4 Millionen Franken. Gemäss Intendant Alexander Pereira zeichnet sich jedoch nicht ab, dass viele Sponsoren wegen der schlechten Wirtschaftslage abspringen. Etwa um 10 Prozent der Sponsorensumme müsse er sowieso jedes neu Jahr kämpfen.

Von der öffentlichen Hand flossen 70,9 Millionen Franken in die Opernhauskasse (Vorjahr 68,3 Millionen Franken). Aus den Vorstellungen nahm das Operhaus 35,4 Millionen Franken ein (Vorjahr 34,1 Millionen Franken). Der Eigenwirtschaftlichkeitsgrad liegt bei 43 Prozent (Vorjahr 44,7 Prozent).

Mehr Aufführungen, weniger Besucher, kleiner Gewinn

Insgesamt schauten sich 247 071 zahlende Besucherinnen und Besucher eine Produktion des Opernhauses an. Im Vorjahr waren es 253 990. Aufgeführt wurden 348 Vorstellungen (Vorjahr 344). Produziert wurden 36 Opern, 5 Ballette, 23 Konzerte, 6 Liederabende.

Durchschnittlich waren im Stammhaus 77,5 Prozent der Sitze belegt (Vorjahr 78 Prozent). Bei Opernproduktionen waren es 77,6 Prozent (Vorjahr 79,5 Prozent), bei Ballettaufführungen 80,5 Prozent (Vorjahr 81,2 Prozent).

Dass trotz mehr Aufführungen und weniger Besuchenden ein Gewinn bei den Vorstellungseinnahmen resultierte, erklärte Grosskopf damit, dass ein Gastspiel in Japan (»Rosenkavalier», «Traviata») rund 2 Millionen Franken einbrachte. (sda)

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