Kritik an SVP: Zürcher Pflegeheim-Vorfälle werden untersucht
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Kritik an SVPZürcher Pflegeheim-Vorfälle werden untersucht

Neben der strafrechtlichen und administrativen Untersuchung wird nun auch die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Zürcher Gemeinderates eine Untersuchung der Vorfälle im Pflegeheim Entlisberg vornehmen.

Das Parlament hiess am Mittwoch einen Beschlussesantrag der SVP gut, der die GPK mit der Beleuchtung der Arbeitsabläufe, der Kommunikation und der Kontrollsysteme im Pflegeheim beauftragt. Auch die Anforderungsprofile und die Auswahlkriterien für das Personal sollen überprüft und allenfalls angepasst werden.

Die Überweisung erfolgte zwar deutlich mit 89 zu 5 Stimmen bei 21 Enthaltungen. In der vorgängigen Diskussion wurde jedoch die SVP teils scharf kritisiert dafür, dass sie den Antrag gestellt hatte. Dieser sei heuchlerisch, populistisch, Ausdruck von Profilierungssucht und permanentem Wahlkampf, ja gar «grusig», erklärten Vertreter verschiedener Fraktionen.

Bereits zwei Untersuchungen

Nicht, dass die Ratsmiglieder keine Untersuchung der Vorfälle wünschten. Sie verwiesen aber darauf, dass bereits strafrechtliche und eine administrative Untersuchungen eingeleitet worden seien. Der Bericht der letzeren werde sowieso der GPK vorgelegt und dann sei immer noch Zeit, diese wenn nötig mit weiteren Abklärungen zu beauftragen.

Dass die abscheuliche und entwürdigende Behandlung von alten, dementen Menschen durch ein paar Pflegende unter keinen Umständen entschuldigt oder gar toleriert werden könnten, darüber war sich das gesamte Parlament einig.

Die Meinungen gingen darin auseinander, ob die GPK nur mit einem expliziten Auftrag oder auch von sich aus aktiv werden könne, ob sie jetzt oder erst später etwas unternehmen solle, und ob eine dritte Untersuchung überhaupt nötig sei.

Der zuständige Stadtrat Robert Neukomm unterstrich, es sei ihm ein zentrales Anliegen, genau zu wissen, was vorgefallen war. Eine dritte Paralleluntersuchung sei zwar wenig sinnvoll. Am besten wäre wohl, wenn die GPK den Bericht der administrativen Untersuchung und allenfalls erste Ergebnissen der Strafuntersuchung abwarte und dann eigene Abklärungen vornehme.

Ende Februar war bekannt geworden, dass im städtischen Pflegeheim Entlisberg einzelne Mitarbeitende Heiminsassen nackt und in demütigenden Situationen par Handy filmten. Ausserdem sollen Patienten bestohlen und misshandelt worden sein. (sda)

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