Zürcher Polizei erwartet zur Euro 08 keine Hooligans
Aktualisiert

Zürcher Polizei erwartet zur Euro 08 keine Hooligans

Die Zürcher Polizei erwartet an der Euro 2008 in Zürich Nachbarn und keine Hooligans. Obwohl in der Limmatstadt keine Risiko-Spiele anstehen, stehen alle möglichen Kräfte von Stadt- und Kantonspolizei im Einsatz. Es herrscht Feriensperre.

Wie viele Polizisten im kommenden Juni auf Stadt- und Kantonsgebiet im Einsatz stehen, wollte Regierungsrat Hans Hollenstein am Dienstag an einer Medienkonferenz in Zürich nicht sagen. Es seien jedoch genug Leute vorhanden. Zusätzliche Unterstützung kommt von deutschen Polizeikräften.

In der Stadt sei man sich an Grossanlässe gewöhnt, sagte Zürichs Polizeivorsteherin Esther Maurer. Dass ein Anlass aber drei Wochen dauert, sei eine neue Situation, räumte sie ein. Man sei froh, dass mit den Teams Frankreich, Italien und Rumänien keine Risikospiele anstehen und das Hooligan-Problem minimal sei.

Da zwei Nachbarländer im Letzigrund auflaufen, rechnet die Stadtpolizei aber mit einer zusätzlichen Verkehrsbelastung. «Wir gehen davon aus, dass viele Italiener und Franzosen mit dem Auto anreisen», sagte Maurer.

Punkto Kosten mache diese Konstellation die «Zürcher Gruppe» nicht billiger, erklärte Maurer weiter. Wie viel der Einsatz von Stadt- und Kantonspolizei kosten wird, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen.

«Kein Verkehrskollaps»

Die Polizeivorsteherin ist überzeugt, dass es trotz der anreisenden Fans in der Stadt zu «keinem Verkehrskollaps» kommt. Die Anhänger der Teams würden über die Parkplätze im Süden und Norden der Stadt und die entsprechenden Verbindungen zum Stadion sowie in die Fanzonen informiert.

Gemäss Philipp Hotzenköcherle, Kommandant der Stadtpolizei Zürich, sollen die Beamten nicht nur Polizisten, sondern auch Gastgeber sein. Der Sport stehe schliesslich im Vordergrund. Verfolgt werde die vom 1. Mai bekannte «3D-Strategie». Sie setzt sich aus den Komponenten Dialog, Deeskalation und Durchgreifen zusammen.

Im Ernstfall werde man letzteres aber entschieden tun, sagte Regierungsrat Hollenstein. Spezialgerichte sind keine vorgesehen. «Es sind aber genügend Staatsanwälte im Einsatz, die schnelle Verfahren ermöglichen», ergänzte Peter Grütter, Kommandant der Kantonspolizei.

Genügend Polizisten im Quartier

Für die Polizeikorps gilt es neben den Spielen auch die Alltagsarbeit in Stadt und Kanton reibungslos abzuwickeln, wie Hotzenköcherle erklärte. Er versicherte, dass die Stadtquartiere trotz der Inanspruchnahme durch die EM «polizeilich sehr gut» versorgt würden.

Noch offen ist, wann und wie viele Freinächte erlaubt werden. Die Polizei will gemäss Maurer die Bevölkerung auch schützen. Man wolle die Feste in der Langstrasse, wie sie nach Siegen der italienischen Mannschaft immer wieder vorkommen, aber nicht verhindern, sagte Maurer. «Friedhofsruhe wird es nicht geben.» (sda)

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