Wolffs Weisung : Zürcher Polizei im Stress wegen Täter-Nationalität
Aktualisiert

Wolffs Weisung Zürcher Polizei im Stress wegen Täter-Nationalität

Sicherheitsvorsteher Richard Wolff will die Nationalität von Tätern nicht mehr nennen. Das bedeutet für die Zürcher Stadtpolizei viel Arbeit.

Stadtrat Richard Wolff erklärte an der Medienkonferenz im November, weshalb die Stadtpolizei Zürich in Zukunft nicht mehr die Nationalität von Tätern nennt.

AL-Stadtrat Richard Wolff ordnete im November 2017 an, dass in Polizeimeldungen die Nationalität von Tätern nicht mehr automatisch genannt wird. Auskunft gibt es nur noch auf Nachfrage.

Das tun Interessierte nun auch ständig, wie der «Blick» schreibt. Laut Medienchef Marco Cortesi hat die Stadtpolizei im November und Dezember 2017 36 für die Herkunftsthematik relevante Polizeimeldungen verschickt. Dazu habe man rund 100 Nachfragen von Medien und Bürgern zur jeweiligen Nationalität erhalten.

SVP will alte Praxis mit Initiative zurück

Auf die Frage nach dem Mehraufwand sagt Cortesi, dass man die Entscheide der Politik neutral umsetzt. Nach dem Versand von Medienmitteilungen müsse man nun Statistiken zu den Nationalitäten führen, um entsprechende Anfragen unmittelbar, aber auch im Nachhinein beantworten zu können. So oder so hält Wolffs Sicherheitsdepartement weiterhin an der neuen Praxis fest. Laut Sprecher Mathias Ninck ist es noch zu früh, um eine Bilanz zu ziehen.

Der Stadtzürcher SVP-Präsident und Nationalrat Mauro Tuena hat hingegen den Mehraufwand befürchtet. Anstatt transparentere Informationen habe man nun einen sinnlosen Bürokratie-Leerlauf. Unter dem Strich wüssten die Leute trotzdem Bescheid, da viele Medien aktiv nachfragen. Die SVP des Kantons Zürich hat eine Volksinitiative lanciert, welche die Rückkehr zur automatischen Nationalitäten-Nennung fordert. Geht es nach der SVP, soll die Polizei neu auf Anfrage auch den Migrationshintergrund bei Eingebürgerten angeben müssen.

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