Zürcher Polizei sprengt Kokain-Ring
Aktualisiert

Zürcher Polizei sprengt Kokain-Ring

Die Zürcher Polizei schlug zu, als die Täter über 17 Kilogramm Kokain, das in einer rundum geschlossenen Steinplatte versteckt war, aus dem Aargau nach Zürich transportierten.

Dem Kopf der Bande, einem 39-jährigen brasilianisch-schweizerischen Doppelbürger, wird der Handel mit rund 180 Kilogramm Kokain vorgeworfen.

Der Haupttäter, sein Partner und vier Komplizen wurden laut einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft II für Betäubungsmitteldelikte und der Zürcher Kantonspolizei vom Freitag im vergangenen August im Bezirk Affoltern verhaftet. Die Verhafteten waren dabei, über 17 Kilogramm Kokain, das in einer rundum geschlossenen Steinplatte versteckt war, aus einem Lager im Kanton Aargau nach Zürich zu verschieben. Unter den Festgenommenen befanden sich neben dem Hauptbeschuldigten und seinem 35-jährigen Partner noch drei weitere Brasilianer im Alter von 21 bis 37 Jahren sowie eine 73-jährige Schweizerin.

Die Ermittlungen ergaben, dass der Hauptbeschuldigte bereits 2001 mit der Einfuhr von kleinen Mengen Kokain aus Brasilien ins Drogengeschäft eingestiegen war. 2002 wurde er mit seinem Partner auf einem Flughafen in Paris mit vier Kilogramm Kokain im Gepäck erwischt. Während der Haupttäter straflos ausging, verbüsste sein Partner eine Strafe in Frankreich. Zwischen 2004 und 2005 importierten die beiden Männer über ihre ansonsten inaktive Schweizer Importfirma vier Schiffscontainer mit rund 20 Tonnen Halbedelsteinen von Brasilien über Genua in die Schweiz. Die Halbedelsteine dienten als Tarnung für die Kokaineinfuhren. Der vierte Schiffscontainer konnte schliesslich durch die Zürcher Kantonspolizei auf dem Weg von Sao Paulo in die Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Grenzwachtkommando Basel überwacht werden. Als das Kokain in ein Versteck nach Zürich transportiert wurde, schritt die Polizei ein.

Dem geständigen Bandenchef kann laut der Mitteilung die Einfuhr von rund 180 Kilogramm Kokain aus Brasilien nachgewiesen werden. 95 Prozent dieser Drogen wurden innerhalb eines Jahres eingeführt. Den grössten Teil davon lieferte er in eine Bar im Zürcher Stadtkreis 5. Mitte September 2005 verhaftete die Polizei auch den 40-jährigen marokkanischen Barbetreiber. Bei einer Hausdurchsuchung fanden Polizisten rund 700 Gramm Kokain in Form von Kapseln, die von Drogenschmugglern im Magen transportiert worden waren. Die Bar wurde geschlossen. Den 30-jährigen Schweizer Komplizen des Barbetreibers verhaftete eine Spezialeinheit der Kantonspolizei Aargau in Oftringen.

Weitere Ermittlungen ergaben, dass die Drogengelder in Millionenhöhe über ein in Zürich domiziliertes Geldtransferbüro mit Zweigniederlassung in Lausanne oder mittels Banktransfers und Geldkurieren nach Brasilien gelangten. In diesem Zusammenhang wurde auch ein 39-jähriger Schweizer unter dem Verdacht der Geldwäscherei im Kanton Schwyz verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, mehrere hunderttausend Franken über eine liechtensteinische Bank nach Brasilien transferiert zu haben.

Mit dem Erlös aus dem Drogenhandel finanzierten sich die Haupttäter eine luxuriösen Lebensstil. Der Hauptanteil der Drogengelder gelangte aber nach Brasilien und diente dem Kauf von Luxuswohnungen in der Nähe von Sao Paulo. (dapd)

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