Zürcher sind im Pokerrausch

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Zürcher sind im Pokerrausch

Pokern wird zum Zürcher Volkssport: Ob zu Hause, in der Beiz oder im Casino – gezockt wird überall. Spielläden können sich gegen den Ansturm der Gambler kaum noch wehren.

Eine gemütliche Männerrunde: Auf dem Tisch liegen Zigaretten, Jetons, Karten, Geld und Bierdosen. Es wird gezockt und geraucht bis zum Abwinken. «Was mit Pokern in der Gymi-Kantine begonnen hat, wurde zum fixen Freitagabendprogramm», sagt der 19-jährige Lukas Redondo. Das Pokerfieber hat auch den 22-jährigen Sebastian Suter gepackt: «Beim Zocken dringt sehr viel vom Charakter der Spieler durch, das fasziniert mich.»

Der Spielladen «Rien ne va plus» im Zürcher Niederdorf wird von zockerwütigen Kunden richtig überrannt. «Poker-Sets wurden für uns zum Ärgerartikel – ständig sind sie ausverkauft», sagt Geschäftsführer Beat Liechti. Lieferanten aus ganz Europa hätten enorme Lieferschwierigkeiten.

Profit aus dem Zocker-Boom schlagen auch die Casinos: Die grösste Schweizer Spielbörse in Baden hat ihre Pokertische dieses Jahr von zwei auf sechs aufgestockt. «Es spielen Leute von 18 bis 60 Jahren mit», sagt Geschäftsführer Detlef Brose. Dank dem Hipe werde im November ein Promi-Pokern durchgeführt – TV-Moderator Kurt Aeschbacher habe bereits zugesagt.

Romina Lenzlinger

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