08.08.2019 02:52

Mehr Nachtbusse?Zürcher sollen länger Party machen können

Die Nachtbusse der VBZ sollen ab Dezember länger fahren. Das würde 93'000 Franken pro Jahr kosten.

von
Jennifer Furer
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Das Nachtnetz in der Stadt Zürich soll ausgebaut werden. Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) wollen, dass alle städtischen, halbstündlich verkehrenden Nachtbuslinien zusätzlich um 4.30 Uhr ab der Haltestelle Bellevue abfahren. Bisher fahren die Linien von 1 bis 4 Uhr.

Das Nachtnetz in der Stadt Zürich soll ausgebaut werden. Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) wollen, dass alle städtischen, halbstündlich verkehrenden Nachtbuslinien zusätzlich um 4.30 Uhr ab der Haltestelle Bellevue abfahren. Bisher fahren die Linien von 1 bis 4 Uhr.

stadt-zuerich.ch/VBZ
Auch der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) prüft einen Ausbau des Nachtnetzes. In einem Bericht ist die Rede von einer Angleichung des Nachtangebots ans Tagesnetz.

Auch der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) prüft einen Ausbau des Nachtnetzes. In einem Bericht ist die Rede von einer Angleichung des Nachtangebots ans Tagesnetz.

ZVV
Das heutige System komme an seine Grenzen, sagt ZVV-Sprecher Caspar Frey. Alle Nachtzüge und Nachtbusse kämen gleichzeitig am Hauptbahnhof und Bellevue zusammen.

Das heutige System komme an seine Grenzen, sagt ZVV-Sprecher Caspar Frey. Alle Nachtzüge und Nachtbusse kämen gleichzeitig am Hauptbahnhof und Bellevue zusammen.

Keystone/Alessandro Della Valle

Es ist die Gretchenfrage im Ausgang: Soll ich noch den letzten Nachtbus nehmen oder warte ich eine Weile auf die erste ÖV-Verbindung am Morgen? Bald soll diese Entscheidung einfacher werden, denn das Nachtnetz in der Stadt Zürich soll ausgebaut werden.

Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) wollen, dass alle städtischen, halbstündlich verkehrenden Nachtbuslinien zusätzlich um 4.30 Uhr ab der Haltestelle Bellevue abfahren. Bisher verkehrten sie zwischen 1 und 4 Uhr alle 30 Minuten. Grund für das Begehren ist laut den VBZ die Angleichung des Nachtnetzes ans Tagnetz, wie es in einem Protokoll heisst, das 20 Minuten vorliegt.

Verkürzte Nachtbuslinien

Die heutige Fahrplanlücke zwischen dem letzten Nachtbus und den ersten Verbindungen des normalen Angebots am Morgen sei auf den meisten Verbindungen der Stadt Zürich «tatsächlich häufig grösser als ausserhalb» der Stadt.

Die meisten der betroffenen Nachtbuslinien fahren nicht nur innerhalb der Stadt Zürich, sondern bedienen auch Haltestellen ausserhalb der Stadtgrenze. «Es ist erkennbar, dass die Nachfrage auf den heutigen letzten Fahrten, die die Stadt Zürich verlassen, ausserhalb der Stadt sehr niedrig ist», heisst es im Protokoll. Deswegen schlägt die VBZ vor, dass die Busse, die von der zusätzlichen Abfahrt betroffen sind, nur bis zur Stadtgrenze fahren.

Das betrifft etwa die Nachtbuslinie N4. Sie würde nur bis Frankental statt bis zur Haltestelle Sennenbüel in Unterengstringen fahren. Die Nachtbuslinie N7 würde bei der Fahrt ab 4.30 Uhr nur bis Seebach statt bis zur Haltestelle Schulstrasse fahren. Da die Nachfrage auf den Nachtbuslinien N15 bis Thalwil, N16 bis Maur und N17 bis Wangen bei Dübendorf schon heute sehr gering sei, sollen diese Linien nicht zusätzlich um 4.30 Uhr abfahren. Diese Nachtlinien würden zudem kaum innerhalb der Stadt Zürich verkehren.

Auch kantonaler Ausbau vorgesehen

Der Ausbau der Nachtbuslinien würde Mehrkosten von 93'000 Franken pro Jahr mit sich bringen. Noch ist aber nicht klar, ob das Begehren umgesetzt wird. Der Verkehrsrat des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) muss sich dafür aussprechen und danach können noch Rechtsmittel ergriffen werden. Wenn die VBZ grünes Licht erhält, wird der Ausbau der Nachtbuslinien bereits im Dezember 2019 umgesetzt. Die VBZ nimmt auf Anfrage noch keine Stellung zu den Plänen.

Nicht nur in der Stadt, sondern auch im ganzen Kanton Zürich soll das Nachtnetz ausgebaut werden. Den ZVV schwebt vor, dass die Nachtzüge und -busse ähnlich fahren sollen wie tagsüber. Heute besteht das Nachtnetz aus sieben stündlich fahrenden Nachtzuglinien. Eine Angleichung ans Tagesnetz würde mehr Linien und häufiger verkehrende Züge und Busse bedeuten.

Die Ausbaupläne, die der ZVV für den Zeitraum ab 2021 prüft, begründet Sprecher Caspar Frey damit, dass das heutige Nachtnetzsystem an seine Grenzen stosse. Alle Nachtzüge und Nachtbusse kämen gleichzeitig am Hauptbahnhof und Bellevue zusammen.

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