Zürcher Stadtpolizei setzt auf Bürgernähe
Aktualisiert

Zürcher Stadtpolizei setzt auf Bürgernähe

Die Zürcher Stadtpolizei will ihren Kontakt zur Bevölkerung in den Quartieren verbessern. Dafür setzt sie neuerdings eine mobile Beratungsstelle ein. Sie dient dem Image einer bürgernahen Polizei.

Der harte Einsatz der Polizei werde am besten akzeptiert, wenn die Bevölkerung auch die «bürgernahe Polizeiarbeit» kenne, begründete Stadträtin Esther Maurer die Offensive am Dienstag vor den Medien. Seit einigen Jahren verpflichte sich die Stadtpolizei dem sogenannte «Community Policing».

Zusammenarbeit grossgeschrieben

Sicherheitsprobleme werden dabei im möglichst engen Kontakt mit Verwaltung, Quartiervereinigungen und Bevölkerung angegangen. Beispiele sind etwa das Projekt Langstrasse Plus zur Verbesserung der Lebensqualität im gebeutelten Quartier und das seit Jahren verfolgte Konzept Sicherheit und Sauberkeit zur Verhinderung von Verslumungstendenzen vor allem am Seeufer.

Die enge Kooperation mit der Bevölkerung soll laut Polizeikommandant Philipp Hotzenköcherle auch der «Früherkennung polizeirelevanter Probleme» dienen und die Eigenverantwortung der Bevölkerung verbessern. Die mobile Beratungsstelle sei dazu ein weiterer Schritt.

Wirkung nachgewiesen

Im begehbaren Fahrzeug mit der grossen Aufschrift «Prävention» kann sich die Quartierbevölkerung durch Fachleute über den besseren Schutz vor Einbruchdiebstählen oder vor Gewalt informieren lassen. Der Bus soll auch an Quartierfesten, -messen oder bei Schulhäusern zum Einsatz kommen.

Die Wirkung solcher Präventionsarbeit vor Ort sei klar nachgewiesen, sagte Jürg Müller, Chef Prävention der Stadtpolizei. So hätten im Quartier Sihlfeld durch gezielte Präventionsarbeit die Einbruchdelikte von 50 auf 10 pro Monat reduziert werden können.

Halbierung angepeilt

Deshalb werde der Bus jetzt zuerst im Quartier Affoltern eingesetzt, das einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Einbruchdiebstählen hat. In der Stadt Zürich wurden 2005 rund 40 Prozent der 15 727 Einbruchdelikte im Kanton Zürich verübt. Langfristig peile die Stadtpolizei eine Halbierung dieser Zahl an, sagte Müller. (sda)

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