Aktualisiert 08.02.2018 13:07

Zu wenig MusikerinnenZürcher Stadtpräsidentin boykottiert die SMAs

Corine Mauch (SP) geht am Freitag nicht an die Awardshow der Swiss Music Awards. Sie ärgert sich, dass bei den Nominierten und Live-Acts zu wenig Frauen vertreten sind.

von
wed

Corine Mauch geht dieses Jahr nicht zur Awardshow der Swiss Music Awards.

«Letztes Jahr habe ich live miterlebt, wie 15 von 16 Awards an Musiker gingen», sagte die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) am Mittwochabend an einem Event im Rahmen der Swiss Music Awards mit dem Titel «Hat die Schweizer Popszene ein Frauenproblem?». Die einzige Musikerin habe in der Kategorie «Best Female Solo Act» gewonnen. «Dort mussten sie eine Frau nehmen», so Mauch. Das habe sie dermassen geärgert, dass sie den Zuständigen einen Brief geschrieben habe.

«Wieso gibt es in der Academy-Jury nur acht Frauen und mehr als 40 Männer und wieso gab es im letzten Jahr keinen einzigen weiblichen Live-Act», fragt die Stadtpräsidentin in die Runde. Es gebe keinen Zweifel, dass Frauen in der Schweizer Popmusik-Szene massiv untervertreten sind. «Zum Beispiel in den Charts, in den Line-Ups der grossen Festivals, in den Clubs oder eben beim grössten Schweizer Musikpreis.»

Sie erwarte von einer Institution wie den Swiss Music Awards, dass sie gegen diese Entwicklung steuere und Frauen die verdiente Bühne und Ehre erweise. Doch: «Auch die Bilanz der diesjährigen SMA-Nominationen ist ernüchternd – unter 39 Nominierten hat es gerade mal sechs Frauen», sagt Mauch. Und bei den Showacts würden erneut keine Musikerinnen im verdienten Rampenlicht stehen. «Ich habe mich darum entschieden, dieses Jahr nicht an die Award-Show zu gehen», sagt die Stadtpräsidentin.

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