Alexa-Ranking: Zürcher Start-up steigt in Top-Websites der Welt auf
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Alexa-RankingZürcher Start-up steigt in Top-Websites der Welt auf

Fast unbemerkt hat sich Smallpdf zu einer der beliebtesten Websites der Welt gemausert. Die Chefs verraten ihr Erfolgsgeheimnis.

von
R. Knecht
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Geschäftsführer Christoph Forsting (l.) und Mitgründer Manuel Stofer bieten mit Smallpdf eines der weltweit beliebtesten Web-Angebote.

Geschäftsführer Christoph Forsting (l.) und Mitgründer Manuel Stofer bieten mit Smallpdf eines der weltweit beliebtesten Web-Angebote.

Smallpdf
Das Schweizer Start-up könnte bald zu den 1000 beliebtesten Websites der Welt gehören, wenn es nach Amazons Analytics-Dienst Alexa geht.

Das Schweizer Start-up könnte bald zu den 1000 beliebtesten Websites der Welt gehören, wenn es nach Amazons Analytics-Dienst Alexa geht.

Keystone/Z1008/_jens Kalaene
Das Jungunternehmen vergleicht sich bereits mit dem erfolgreichen Schweizer Start-up Doodle.

Das Jungunternehmen vergleicht sich bereits mit dem erfolgreichen Schweizer Start-up Doodle.

Keystone/Ennio Leanza

Über zehn Millionen Menschen gehen jeden Monat auf die Website des Schweizer Start-ups Smallpdf. Das Unternehmen gehört laut Amazons Analytics-Dienst Alexa schon bald zu den Top 1000 der beliebtesten Websites der Welt. Die Firma will dem Benutzer eine einfache und frustfreie Möglichkeit bieten, Dokumente in PDFs umzuwandeln und umgekehrt, sagt Mitgründer Manuel Stofer zu 20 Minuten.

Sowohl Stofer als auch Geschäftsführer Christoph Forsting vergleichen ihr Unternehmen mit einem anderen Schweizer Start-up: Doodle. Im Alexa-Ranking hat der PDF-Verarbeitungsdienst die Zürcher Termin-Management-Plattform längst überholt.

Doodle hat allerdings wesentlich mehr monatliche Benutzer als Smallpdf. Aktuell greifen rund 26 Millionen Menschen pro Monat auf Doodles Angebot zu, 16 Millionen mehr als bei Smallpdf. Die Zürcher PDF-Experten haben also durchaus noch aufzuholen, wenn sie wirklich den Status von Doodle erreichen wollen.

Weit verbreitet, doch kaum bekannt

Trotz der hohen und steigenden Reichweite ist der Name Smallpdf nicht vielen Schweizern geläufig. Auch Venturelab, ein Schweizer Unternehmen zur Förderung von Start-ups, listet die Zürcher Firma nicht in den am Mittwochabend veröffentlichten Top 100 der hiesigen Start-ups auf.

Forsting begründet das damit, dass Smallpdf nie gross Staub aufgewirbelt habe: «Wir haben uns lieber auf unser Produkt konzentriert.» Die Qualität des Angebots sei es, die den PDF-Dienst, der unter anderem Adobe Konkurrenz macht, so populär mache.

Eigenfinanzierung statt Investoren

Die drei Schweizer Gründer finanzierten ihr Unternehmen auf nach aussen unspektakuläre Weise: Vor vier Jahren zogen sie das Projekt mit eigenen Geldern auf. Bereits damals wurden sie von der hohen Nachfrage im Netz überrumpelt, wie Stofer erzählt. Die steigenden Betriebskosten bewältigten die Jungunternehmer anfangs hauptsächlich mit Werbeeinahmen. Für Vielnutzer bietet Smallpdf zudem ein kostenpflichtiges Pro-Abo, das heute den Grossteil der Finanzmittel liefert.

Somit ist Smallpdf unabhängig von externen Investoren – ein sogenanntes «Bootstrap-Unternehmen». Für Start-ups sei es wichtig, selbst zu evaluieren, ob das für sie der richtige Weg ist oder ob sie externe Gelder benötigen, sagt Stofer. Nicht jedes Jungunternehmen sei auf Finanzierungsrunden angewiesen: «Es kommt darauf an, was man machen will», sagt Stofer. Für Smallpdf sei es klar gewesen, dass die Eigenfinanzierung möglich und erwünscht sei.

Zweites Projekt in Deutschland

Heute haben die Gründer von Smallpdf bereits ein zweites Start-up auf die Beine gestellt. In Deutschland bieten sie einen Dienst namens Taxfix an. Die gleichnamige iOS-App mache es Deutschen einfacher, ihre Steuererklärung zu erledigen.

Das zweite Projekt sei wie bei Smallpdf aus dem Bedürfnis entstanden, einen unnötig komplizierten Prozess einfacher und ansprechender zu machen. «Für uns steht im Vordergrund, das Problem zu lösen, dass sich gewisse Arbeitsprozesse nicht gut anfühlen», erklärt Stofer. Seine Devise sei dabei immer: Benutzer sollten Software wie Smallpdf und Taxfix gerne verwenden.

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