Aktualisiert 24.07.2020 06:51

«Uns ist ein Fehler passiert»

Zürcher SVP wirbt mit Holocaust-Denkmal

Mit einem Bild des Holocaust-Mahnmals in Berlin hat die SVP Zürich auf Twitter für ihre Begrenzungs-Initiative geworben.

von
Katja Fässler
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Faux pas: Das gewählte Bild mit dem die SVP auf Twitter wirbt sorgt für Furore.

Faux pas: Das gewählte Bild mit dem die SVP auf Twitter wirbt sorgt für Furore.

Screenshot: Twitter
 Das Holocaust-Mahnmal in Berlin wurde zum Gedenken an die während des zweiten Weltkrieges sechs Millionen ermordeten Juden errichtet.

Das Holocaust-Mahnmal in Berlin wurde zum Gedenken an die während des zweiten Weltkrieges sechs Millionen ermordeten Juden errichtet.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Die Zürcher SVP ist mit einer Sujetwahl für die Begrenzungs-Initiative ins Fettnäpfchen getreten.
  • Versehentlich wurde ein Foto des Holocaust-Mahnmals in Berlin gewählt.
  • Dazu der Slogan: «Mit einem Ja zur Initiative wird die Schweiz nicht weiter zubetoniert.»
  • Die Partei hat sich für den Fehler entschuldigt.

«Mit einem Ja wird die Schweiz nicht weiter zubetoniert», so wirbt die SVP Zürich für die Begrenzungs-Initiative, welche am 27. September an die Urne kommt. Auf Twitter ist dazu ein Bild des Holocaust-Mahnmals in der deutschen Hauptstadt Berlin zu sehen. Mittlerweile wurde der Tweet gelöscht.

Das Sujet sorgte in den sozialen Medien für einen veritablen Sturm der Entrüstung. In den Kommentarspalten hiess es unter anderem: «Den Tweet einfach so wieder zu löschen reicht in diesem Fall nicht. Es braucht eine öffentliche Erklärung, wie es dazu kommen konnte und eine Entschuldigung von Euch», schreibt ein User. Auch UP-Co-Präsident Silvan Amberg kommentiert: «Ich gehe mal wohlwollend davon aus, dass das ein Versehen war und jemand einfach nach ‘Betonklötze’ gegoogelt hat. Trotzdem peinlich.»

Sekretär Martin Suter erklärt auf Anfrage von Nau.ch: «Uns ist ein Fehler passiert! Bei der internen Freigabe von mehreren Posts ist uns die Symbolik dieses Bildes nicht bewusst gewesen.» Das Holocaust-Mahnmal in Berlin wurde zum Gedenken an die während des zweiten Weltkrieges sechs Millionen ermordeten Juden errichtet. Suter entschuldigt sich im Namen der Partei bei allen Menschen, deren Gefühle durch diesen Post verletzt wurden.

Das Bild sei in der Bilddatenbank als Symbolbild für «Beton» angeboten worden, ergänzt Suter gegenüber Keystone-SDA. Beim Freigabeprozess des ganzen Sujets habe er dann mehr auf die Rechtschreibung geachtet als auf den Bildinhalt. Er habe das Mahnmal leider nicht erkannt. «Das ist ein Riesenlapsus, für den wir uns entschuldigen.»

Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds SIG schreibt in einer Stellungnahme: «Die Verwendung dieses Bildes in diesem Kontext ist selbstverständlich völlig deplatziert. Es ist gut, dass die SVP Kanton Zürich den Fehler offenbar schnell eingesehen und sich entschuldigt hat.»

(SDA)

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