«Das sollte Konsequenzen haben» – Zürcher SVP-Kantonsrätin wirbt für illegale Corona-Demo und erntet Kritik
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«Das sollte Konsequenzen haben» Zürcher SVP-Kantonsrätin wirbt für illegale Corona-Demo und erntet Kritik

Die Zürcher SVP-Kantonsrätin Maria Rita Marty wird für einen geteilten Facebook-Beitrag kritisiert. Die Partei nimmt Stellung dazu.

von
Lynn Sachs
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SVP-Kantonsrätin Maria Rita Marty hat kürzlich auf Facebook einen Aufruf zum unbewilligten «Spaziergang durch Bern» geteilt.

SVP-Kantonsrätin Maria Rita Marty hat kürzlich auf Facebook einen Aufruf zum unbewilligten «Spaziergang durch Bern» geteilt.

svp-zuerich.ch
Dafür erntet sie Kritik.

Dafür erntet sie Kritik.

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Die vom Bundesrat ergriffenen Corona-Massnahmen hält sie für «verfassungswidrig», «menschenverachtend» und nicht «verhältnismässig».

Die vom Bundesrat ergriffenen Corona-Massnahmen hält sie für «verfassungswidrig», «menschenverachtend» und nicht «verhältnismässig».

20min/Celia Nogler

Darum gehts

  • In Bern findet seit Wochen jeweils am Donnerstagabend eine unbewilligte Demo der Corona-Kritiker und -Kritikerinnen statt.

  • Die Zürcher SVP-Kantonsrätin Maria Rita Marty hat dazu einen Post auf Facebook geteilt.

Die Zürcher SVP-Kantonsrätin Maria Rita Marty postet und teilt regelmässig massnahmenkritische Beiträge in den sozialen Medien. Kürzlich hat sie auf Facebook einen Aufruf zum unbewilligten «Spaziergang durch Bern» geteilt. Kurz darauf gabs Kritik. «Eine SVP-Kantonsrätin wirbt für die verbotene Demo in Bern. Das sollte Konsequenzen haben. Bitte einen Teil der Kosten des Polizeieinsatzes dieser Dame verrechnen», schreibt eine Frau auf Twitter. Seit Wochen kommt es in Bern jeweils am Donnerstag zu einer illegalen Kundgebung der Massnahmen-Kritiker und -Kritikerinnen. Die Polizei ist jedes Mal mit einem Grossaufgebot vor Ort.

Wie Marty auf Anfrage sagt, veröffentliche sie die Beiträge jeweils auf ihrem privaten Profil. Die SVP-Politikerin leugnet laut eigenen Aussagen Corona nicht. «Ich hatte selbst zweimal Corona», sagt sie. Sich impfen lassen, sei für sie aber keine Option. «Erstens bin ich immun und zweitens lehne ich die im Moment angebotene Impfung aus ethischen Gründen ab. Ich bin ansonsten aber absolut keine Impfgegnerin, denn ich habe mich und meine Kinder mit erprobten Impfstoffen seit jeher impfen lassen.»

«Ich bin persönlich der Meinung, dass Demos wenig Nützen»

Die vom Bundesrat ergriffenen Corona-Massnahmen hält sie zudem für «verfassungswidrig», «menschenverachtend» und nicht «verhältnismässig». «Es ist deshalb wichtig und unsere Pflicht, sich für diejenigen einzusetzen, die es selbst nicht können», so Marty. Sie selbst habe noch nie an einer «Corona»-Demo teilgenommen, habe aber deswegen «ein schlechtes Gewissen».

Wie es bei der SVP Kanton Zürich auf Anfrage heisst, ruft die Partei nicht zu unbewilligten Demos auf. «Ich bin persönlich aber auch der Meinung, dass Demos wenig Nützen», sagt Präsident Benjamin Fischer. Auch gegen das Impfen habe sich die Partei nie ausgesprochen. «Das ist ein persönlicher Entscheid und die SVP steht für persönliche Freiheit», erklärt Fischer. Für die Kantonsrätin werde es laut Fischer intern keine Konsequenzen geben. «Es ist ihr gutes Recht, ihre Meinung frei zu äussern.»

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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