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Nach viel ZoffZürcher SVP wählt Walder als neuen Präsidenten

Die Spitze der Zürcher SVP wird am Dienstag neu gewählt. Die bisherigen Vorstandsmitglieder haben nach der Wahlschlappe ihren Rücktritt gegeben.

von
tam
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Die Zürcher SVP hat am Dienstag im Rahmen der Delegiertenversammlung die kürzlich freigewordenen Posten in der Parteileitung neu bestetzt.

Die Zürcher SVP hat am Dienstag im Rahmen der Delegiertenversammlung die kürzlich freigewordenen Posten in der Parteileitung neu bestetzt.

Keystone/Ennio Leanza
Patrick Walder soll es richten: Er wurde als neuer Interims-Präsident gewählt.

Patrick Walder soll es richten: Er wurde als neuer Interims-Präsident gewählt.

Ihm zur Seite steht unter anderem alt-Nationalrat Toni Bortoluzzi.

Ihm zur Seite steht unter anderem alt-Nationalrat Toni Bortoluzzi.

Keystone/Anthony Anex

Von «schalem Beigemack beim einfachen Parteimitglied», einer «Hauruckübung» und «tiefer Enttäuschung» war bei der Delegiertenversammlung der Zürcher SVP die Rede. Nach der Schlappe bei den Kantonsratswahlen und dem überraschenden Rücktritt der Parteispitze von letztem Freitag sprach die Basis gestern Abend Klartext. «Der Präsident ist ein Kapitän und muss auch bei einem kleinen Tsunami bleiben», so ein SVP-Mitglied.

Der abtretende Präsident Konrad Langhart wurde mehrmals ermutigt weiterzumachen. Langhart aber entgegnete: «Unter den gegebenen Umständen kann ich nicht arbeiten. Ich trete zurück.» Sein Rücktritt erfolgte unter anderem auf Druck von Urvater Christoph Blocher. Mehrere prominente SVP-Nationalräte wie Roger Köppel oder Thomas Matter sowie die Vorstandsmitglieder versuchten, Verständnis für das Vorgehen zu schaffen. Die Zeit dränge gerade im Hinblick auf die Wahlen im Herbst.

«Es ist ganz dringend»

Christoph Blocher, der etwas später zur Versammlung stiess, meldete sich ebenfalls zu Wort: «Die Partei funktioniert nicht. Es ist ganz dringend, eine Ersatzwahl durchzuführen.» Erst nach rund einer Stunde wurde dem Antrag für Ersatzwahlen zugestimmt. Vor diesen Wahlen wurde unter anderem Roger Köppel klar als Ständeratskandidat gewählt.

Dann ging es darum, die zur Verfügung stehenden Posten des Präsidenten sowie der drei Vizepräsidenten interimistisch zu wählen. Als neuer Parteipräsident war am Montag vom Vorstand der 31-jährige Patrick Walder aus Dübendorf vorgeschlagen worden. Als Unbekannter will er die Partei wieder auf Kurs bringen: «Es braucht Knochenarbeit, die so schnell wie möglich beginnt», sagte er zur Versammlung. Er freue sich, sei sich aber auch bewusst, dass es eine schwierige Aufgabe werde.

«Führung in Ordnung bringen»

Als weitere Vorstandsmitglieder wurden alt-Nationalrat Toni Bortoluzzi, Kantonsrätin Elisabeth Pflugshaupt und Kantonsrat Orlando Wyss vorgeschlagen. Auch vor der Ersatzwahl kam es wieder zu einer Diskussion. Dabei wurde Blocher für sein Vorgehen kritisiert. Blocher seinerseits wetterte massiv gegen die bisherige Parteileitung: «Die Führung muss in Ordnung gebracht werden.»

Als es zur Wahl kam, war die Sache dann klar: Die vier vorgeschlagenen Kandidaten wurden gemeinsam gewählt – mit einem gar nicht so knappen Resultat. Sie erhielten die Unterstützung von 242 Stimmberechtigten. 45 SVPler stimmten gegen den Vorschlag.

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