Aktualisiert 07.02.2019 05:25

Via Facebook-MessengerZürcher teilt aus Jux Video – Ärger mit FBI

Der 26-jährige B. M. hat ein illegales Sex-Video weitergeleitet. Das FBI fing die Nachricht ab und meldete den Mann der Zürcher Polizei.

von
Qendresa Llugiqi
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Der 26-jährige B. M. hat ein illegales Zoophilie-Video an seine Cousins weitergeleitet.

Der 26-jährige B. M. hat ein illegales Zoophilie-Video an seine Cousins weitergeleitet.

Nun musste der Zürcher bei der Stadtpolizei Zürich antraben – dies nach einem Hinweis des FBI.

Nun musste der Zürcher bei der Stadtpolizei Zürich antraben – dies nach einem Hinweis des FBI.

AP/J. David ake
Das illegale Video hatte er über Facebook-Messenger verschickt.

Das illegale Video hatte er über Facebook-Messenger verschickt.

epa/Sascha Steinbach

«Als mich die Polizei anrief und meinte, es gehe um ein Video, auf dem eine Person Sex mit einem Esel habe, dachte ich, dass mich jemand aufziehen will», sagt B. M.* (26). Die Polizei habe ihn noch am gleichen Tag zu einer Einvernahme eingeladen. «Es hiess, entweder ich komme von selbst oder man hole mich ab. Ich habe sogar die Adresse des Polizeipostens überprüft, weil ich es nicht glauben konnte.»

Laut M. gab der Polizist bei der Einvernahme am vergangenen Montag an, dass die Polizei vom FBI einen Hinweis erhalten habe. Das Video sei ihm im November zugeschickt worden. Er habe es aus Jux via Facebook-Messenger an seine zwei Cousins weitergeleitet. Es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass er sich damit strafbar mache: «Es ist ja nicht so, dass ich so etwas befürworte oder selbst machen würde.»

Deshalb sei er auch enttäuscht über das Verfahren: «Natürlich weiss ich jetzt, dass es ein Fehler war, das Video weiterzuleiten. Aber es war doch nur, um gemeinsam darüber zu lachen.»

Mehrere Dutzend Verfahren

Marco Cortesi, Leiter des Mediendienstes der Stadtpolizei Zürich, bestätigt, dass der Hinweis aus dem Ausland kam: «Die Meldung ist über das National Center for Missing and Exploited Children, das beim FBI angesiedelt ist, und über das Bundesamt für Polizei zu uns gelangt.» Der Absender muss mit einem Verfahren bei der Staatsanwaltschaft rechnen. Cortesi: «Das Esel-Video ist bei weitem kein Einzelfall, allein die Stadt- und die Kantonspolizei Zürich führen mehrere Dutzend Verfahren im Zusammenhang mit verbotener Pornografie. Die meisten Videos, die Sex mit Tieren zeigen, kommen aus Ländern wie Afghanistan und Pakistan.»

Wer ein solches Video erhalte, solle es sofort löschen und unter keinen Umständen speichern oder weiterleiten. Cortesi: «Es empfiehlt sich, den Absender darauf aufmerksam zu machen, dass er eine Straftat begangen hat und dass man keine weiteren Videos dieser Art erhalten möchte.»

Andere über Facebook gewarnt

In der Schweiz ist Pornografie, die sexuelle Handlungen mit Tieren zeigt, nach Artikel 197 StGB verboten. Strafrechtlich werde sie mit Kinderpornografie gleichgesetzt, wie der auf digitales Recht spezialisierte Anwalt Martin Steiger sagt. Eine allfällige Verurteilung des jungen Zürchers würde voraussichtlich durch die Staatsanwaltschaft mit einem Strafbefehl erfolgen. «Dagegen könnte der junge Mann Einsprache erheben und die Angelegenheit durch ein Gericht überprüfen lassen.»

Sollte es zu einer Verurteilung kommen, müsste der Mann mit einer bedingten Geldstrafe und einer Busse rechnen. Zudem müsste er die Verfahrenskosten sowie die Verteidigungskosten tragen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Sein Erlebnis mit der Polizei teilte der Zürcher M. in einer Facebook-Gruppe. Auch er empfahl den Usern, solche Videos gleich zu löschen und nicht weiterzuleiten. Er sagt: «Ich habe die anderen gewarnt, weil ich dachte, dass es besser ist, wenn nur einer und nicht viele bestraft werden, nur weil sie aus Jux ein Video weitergeleitet haben.»

*Name der Redaktion bekannt

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