Weniger Reisen wegen Corona: Zürcher Tierheime geraten in Not, weil Feriengäste ausbleiben
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Weniger Reisen wegen CoronaZürcher Tierheime geraten in Not,
weil Feriengäste ausbleiben

Nicht nur im Sommer, sondern auch im Herbst fehlen Tierheimen wegen der Corona-Krise die Feriengäste. Das bringt sie in finanzielle Schwierigkeiten.

von
Lynn Sachs

Darum gehts

  • Wegen Corona gehen weniger Leute in die Ferien. Das spüren auch die Tierheime.
  • Sie haben viele Absagen für Ferienbetreuungen.
  • Besonders stark trifft es Hundepensionen, weil die Halter ihre Vierbeiner mitnehmen, wenn sie in der Schweiz Ferien machen.

Leere Gehege im Tierheim Surber in Zürich trotz Herbstferien. «Wir haben nur Absagen seit dem Lockdown», sagt Leiterin Daniela Siegrist. Es sei zwar Ferienzeit, doch die Buchungen blieben grösstenteils aus. Im Sommer sei die Situation noch schlimmer gewesen. «Normalerweise haben wir dann jeden Tag zwischen 60 und 70 Tiere in der Pension. Dieses Jahr hatten wir weniger als eine Handvoll gleichzeitig.»

Das bringt das Tierheim in finanzielle Nöte. «Ich hoffe, dass sich die Situation bald bessert. Bisher musste ich zum Glück noch keine Angestellten entlassen.» Derzeit ist das Familienunternehmen auf Spenden angewiesen. «Es wäre schön, wenn einige Kunden oder Tierfreunde das Geld spenden, das sie in den Ferien nicht ausgeben können.» Die Hundebetreuung kostet im Tierheim Surber zwischen 30 und 45 Franken pro Tag, die Katzenbetreuung zwischen 18 und 25 Franken.

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Zürcher Tierheime haben finanzielle Schwierigkeiten. Weil die Leute weniger in die Ferien fahren, werden weniger Tiere den Heimen 
zur Betreuung überlassen.

Zürcher Tierheime haben finanzielle Schwierigkeiten. Weil die Leute weniger in die Ferien fahren, werden weniger Tiere den Heimen
zur Betreuung überlassen.

Zürcher Tierschutz
«Normalerweise haben wir im Sommer jeden Tag zwischen 60 und 70 Tiere in der Pension. Dieses Jahr hatten wir praktisch keine», sagt Daniela Siegrist, die Leiterin des Tierheims Surber.

«Normalerweise haben wir im Sommer jeden Tag zwischen 60 und 70 Tiere in der Pension. Dieses Jahr hatten wir praktisch keine», sagt Daniela Siegrist, die Leiterin des Tierheims Surber.

Tierheim Surber
Besonders schwierig haben es Heime, die vor allem Hundepensionen anbieten.

Besonders schwierig haben es Heime, die vor allem Hundepensionen anbieten.

Zürcher Tierschutz

Hundepensionen haben es besonders schwer

Von ausbleibenden Feriengästen berichtet auch die Hundepension Meissholz in Kemptthal. «Die vielen Absagen haben die Pension stark getroffen», sagt Leiterin Sarah Dimitrijevic. Im Sommer habe man nur etwa die Hälfte der üblichen Buchungen verzeichnet, und auch im Herbst würden die Kunden mehrheitlich spontan buchen. «Wir leben von den Betreuungen in den Frühlings-, Sommer- und Herbstferien. Aufgrund der vielen Absagen müssen wir schauen, dass wir irgendwie über die Runden kommen.»

Laut Rommy Los, Geschäftsführer des Zürcher Tierschutzes, habe das Geschäft im eigenen Tierheim seit dem Sommer wieder angezogen. Trotzdem spüre man die Auswirkungen der Pandemie weiterhin. «Wir haben immer noch Stornierungen von Personen, die verreisen wollten, aber wegen der Entwicklungen in den letzten Wochen und der Erweiterungen der Länder auf der Risikoliste nicht weggehen.» Betroffen davon seien insbesondere Heime, die vor allem Hundepensionen anbieten. «Bei Ferien in der Schweiz können die Hunde mitgenommen werden.»

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