Zürcher Tourismus: 30 Millionen Franken Einbusse im Jahr 2003
Aktualisiert

Zürcher Tourismus: 30 Millionen Franken Einbusse im Jahr 2003

Mindereinnahmen von 30 Millionen Franken hat der Zürcher Tourismussektor im Jahr 2003 hinnehmen müssen.

2004 soll laut Zürich Tourismus besser werden: Die Talsohle sei erreicht, das laufende Jahr werde einen «leichten Aufschwung» bringen.

Erste Zahlen und eine Zunahme bei den Anfragen stimmten positiv, schreibt Zürich Tourismus am Donnerstag in einem Communiqué. Bereits im Oktober wurde zum ersten Mal seit zwölf Monaten wieder ein leichtes Wachstum bei den Übernachtungen verzeichnet. Seither hält der positive Trend an.

Seit Jahren günstig entwickeln sich die Zahlen bei den Tagesgästen. Gemäss einer Studie der BAK Basel Economics vom Dezember 2003 gehören 80 Prozent der 10 Millionen Touristen, die jährlich nach Zürich kommen, in diese Kategorie. Die Tagesgäste geben im Schnitt 65 Franken aus.

Die Übernachtungsgäste geben durchschnittlich 300 Franken pro Tag in Zürich aus. Aus diesen Daten berechnete Zürich Tourismus den Umsatzrückgang im Jahr 2003. Die Gästezahl ging im Vergleich zu 2002 um 4,5 Prozent zurück. Dies bedeutet 100 000 fehlende Übernachtungen - und damit 30 Millionen Franken weniger Einnahmen.

Mehr Leute wollen einen «Hauch Zürich»

Es habe in den letzten Jahren eine gewisse Verlagerung vom Übernachtungs- zum Tagestourismus stattgefunden, erklärte Maurus Lauber, der Leiter Marketing von Zürich Tourismus, auf Anfrage. Allerdings gebe es auch immer mehr Leute, die in Luzern oder der Ostschweiz Ferien machten und für einen «Hauch Zürich» tageweise anreisten.

Tagestouristen schätzten speziell die Lage der Stadt am See, den Zoo sowie das breite Kultur- und Shoppingangebot. Im Tagestourismus sieht Zürich Tourismus «grosses Potenzial». Die Vermarktungskosten der Organisation würden allerdings vorwiegend durch die Zürcher Hotels getragen - deshalb fehle es an Mitteln, um den Tagestourismus gezielt zu fördern.

Mehr Werbemittel

Generell jedoch kann Zürich Tourismus im Jahr 2004 die Investitionen in die weltweite Marktbearbeitung erhöhen: um 40 Prozent auf 800 000 Franken. Insbesondere in Deutschland, dem wichtigsten Markt, soll die Werbung für Zürich intensiviert werden.

Auch vom chinesischen Markt verspricht sich Zürich Tourismus einiges. In wenigen Jahren schon werde es mehr chinesische als japanische Touristen in Zürich geben. Die Branche müsse sich damit auf neue Kundenbedürfnisse ausrichten.

(sda)

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