Flughafen Zürich: Zürcher uneins über Flugregime

Aktualisiert

Flughafen ZürichZürcher uneins über Flugregime

Die Bezirke des Kantons Zürich sind - wenig überraschend - uneins über die künftigen Betriebsvarianten am Flughafen. Sie präsentierten am Abend in der Konsultativen Konferenz ihre Stellungnahmen zum Bazl-Entwurf des SIL- Schlussberichts.

Unter Leitung von Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer kamen Delegierte der Gemeindepräsidentenverbände aus allen Bezirken zur Konsultativen Konferenz in Zürich zusammen, wie die Volkswirtschaftsdirektion mitteilte. Der Regierungsrat berücksichtige die verschiedenen Meinungen bei der Beratung über die Stellungnahme des Kantons zum SIL-Schlussbericht. Die Vernehmlassung dauert bis zum 30. Oktober.

Der SIL-Schlussbericht enthält drei Varianten: «E optimiert» und «E DVO» orientieren sich am heutigen Flugbetrieb und Pistensystem. Nach «E optimiert» können morgens und abends uneingeschränkt Anflüge von Norden her erfolgen.

«E DVO» zieht die Deutschen Einschränkungen mit ein. «J optimiert» hält die Beschränkungen nicht ein, nimmt Pistenverlängerungen an und basiert auf einer Kombination von Nord- und Ostbetrieb.

Je nach Lage andere Prioritäten

Die Gebiete im Osten des Flughafens sprechen sich laut Mitteilung mehrheitlich für die beiden E-Varianten aus und lehnen einen Pistenausbau ab. Die Gemeinden aus den Bezirken westlich des Flughafens befürworten ebenfalls die Varianten mit dem bestehenden Pistensystem. Im Bezirk Dietikon werden Südstarts als stabilisierende Massnahme bei Bise und Nebel befürwortet.

Die Südgemeinden erachten alle drei Varianten als gangbare Möglichkeiten für einen Flughafen-Betrieb. Sie fordern aber die rasche Einführung des gekröpften Nordanflugs und lehnen Südstarts ab.

Die Südgemeinden im Bezirk Bülach lehnen alle Varianten ohne «Gekröpften» ab. Einige Südgemeinden fordern eine Sistierung des SIL- Prozesses bis eine Einigung mit Deutschland gefunden sei.

Den gekröpften Nordanflug wollen die Nordgemeinden im Bezirk Bülach nicht. Sie lehnen alle Varianten ab, tolerierbar wäre einzig «E DVO» ohne den «Gekröpften». Der Bezirk Andelfingen lehnt Pistenverlängerungen ab. Nein zu allen Varianten sagt die Stadt Zürich, weil alle drei Landungen und Starts von beziehungsweise nach Süden enthalten.

Die Gemeinden der Bezirke Winterthur und Pfäffikon schlagen vor, vom Bund eine Fristerstreckung für die Stellungnahme des Kantons zu fordern, bis die Abstimmungsergebnisse zur Initiative gegen einen Neu- und Ausbau von Pisten vorliegen. Das wird voraussichtlich Mitte 2010 der Fall sein. Keine Stellungnahme gab der Bezirk Affoltern ab. (sda)

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