30 Stellen gestrichen - Zürcher Unternehmer will 8 Millionen vom Bund wegen Lockdown
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30 Stellen gestrichenZürcher Unternehmer will 8 Millionen vom Bund wegen Lockdown

Der Immobilien-Tycoon Urs Ledermann hat beim Bundesgericht Klage eingereicht. Ein Unternehmen, an dem er beteiligt war, soll wegen des Lockdowns zu Entlassungen gezwungen gewesen sein.

von
Patrick McEvily
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Der Zürcher Unternehmer Urs Ledermann fordert vom Bund acht Millionen Franken. Bereits im Januar gelangte er mit seinem Anliegen an den Bundesrat. Dieser lehnte die Forderung aber ab. Nun zieht Ledermann den Fall ans Bundesgericht weiter.

Der Zürcher Unternehmer Urs Ledermann fordert vom Bund acht Millionen Franken. Bereits im Januar gelangte er mit seinem Anliegen an den Bundesrat. Dieser lehnte die Forderung aber ab. Nun zieht Ledermann den Fall ans Bundesgericht weiter.

20min/Marvin Ancian
Das Textilreinigungsunternehmen, an dem der Unternehmer zusammen mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn beteiligt ist, musste nach dem Lockdown 30 Stellen streichen.

Das Textilreinigungsunternehmen, an dem der Unternehmer zusammen mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn beteiligt ist, musste nach dem Lockdown 30 Stellen streichen.

Screenshot/The Cleaning Company
Ledermann verdiente mit Immobiliengeschäften im Zürcher Seefeld viel Geld.

Ledermann verdiente mit Immobiliengeschäften im Zürcher Seefeld viel Geld.

Tamedia

Darum gehts

  • Der Zürcher Immobilienunternehmer Urs Ledermann klagt gegen den Schweizer Bundesstaat.

  • Seine Textilreinigungsfirma musste nach dem Lockdown im Frühling 2020 dutzende Personen entlassen.

  • Aus Bern hat er die erwünschten acht Millionen Franken noch nicht erhalten. Der Betroffene will den Fall ans Bundesgericht nach Lausanne weiterziehen.

Der Immobilienunternehmer Urs Ledermann befindet sich in einem juristischen Kampf mit dem Schweizer Staat. Wie der «Blick» berichtet, hatte der Zürcher sich im Januar beim Bundesrat über den Lockdown vergangenen Frühling beschwert. Grund war die Entlassung mehrerer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Unternehmen, an dem Ledermann beteiligt ist. Der Geschäftsmann argumentierte, dass die Textilreinigung wegen den Corona-Massnahmen zu den Entlassungen gezwungen gewesen sei. Die Massnahmen seien unverhältnismässig gewesen, kritisiert er in seiner Staatshaftungsklage an den Bundesrat. Darin forderte er eine Genugtuung von acht Millionen Franken.

Bundesrat weist Klage ab – Kläger zieht nach Lausanne weiter

Ledermann wurde wegen seiner erfolgreichen Immobilien-Geschäfte im Quartier auch schon als «König des Zürcher Seefelds» bezeichnet. Die Textilreinigungsfirma Cleaning Store Company wurde 1964 von seinem Vater gegründet. Seither baute Ledermann das Geschäft zusammen mit seiner Tochter und dem Schwiegersohn aus. Nach dem Lockdown vergangenen Frühling mussten 30 der 74 Stellen in den acht Filialen des Unternehmens gestrichen werden.

Aus Bern erhielt Ledermann Antwort von höchster Stelle. Bundespräsident Guy Parmelin verwies in einem Schreiben auf die Härtefallgelder sowie die Möglichkeit der Kurzarbeit, die Unternehmen offen gestanden seien. Mit Verweis auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die Swiss Science Task Force lehnte die Regierung das Begehren Ledermanns ab. Mit dem Covid-19-Gesetz vom September letzten Jahres habe das Parlament die Massnahmen ausserdem gestützt. Abschrecken liess sich Ledermann davon aber nicht. Er will das Urteil weiter an das Bundesgericht nach Lausanne ziehen.

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