Rare Objekte: Zürcher verkauft Globi-Buch für 9500 Fr.
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Rare ObjekteZürcher verkauft Globi-Buch für 9500 Fr.

Globi-Freunde dürfen sich freuen: Das Buchantiquariat Benz verkauft den Nachlass von Globi-Schöpfer Schiele – das älteste Buch ist 80 Jahre alt.

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fro
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Marcus Benz, Besitzer des Buchantiquariats Benz, verkauft ab dem 19. Februar über 600 Globi-Objekte.

Marcus Benz, Besitzer des Buchantiquariats Benz, verkauft ab dem 19. Februar über 600 Globi-Objekte.

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Das erste Buch von Ignatius Karl Schiele und Robert Lips ist «Globi's Weltreise».

Das erste Buch von Ignatius Karl Schiele und Robert Lips ist «Globi's Weltreise».

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Es erschien 1935 und kostet 7000 Franken.

Es erschien 1935 und kostet 7000 Franken.

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Im Buchantiquariat Benz beim Zürcher Grossmünster hat es Globi-Objekte so weit das Auge reicht: Bücher, Aquarell- und Tusch-Zeichnungen, Figuren oder auch Pins. «Wir haben den gesamten Nachlass von Ignatius Karl Schiele von 1932 bis 1967 ausgestellt», sagt Marcus Benz, Besitzer des Antiquariats. Schiele gilt als der geistige Vater von Globi, der zusammen mit dem Zeichner Robert Lips den blauen Papagei-Menschen kreiert hat.

Über 600 Objekte kann man ab dem 19. Februar im Antiquariat kaufen. Ein Buch kostet zwischen 2000 und 9500 Franken – Zeichnungen sind schon ab 100 Franken zu haben. «Die Objekte sind alles seltene Originale und deshalb bei Sammlern extrem begehrt», so Benz. Dies gelte besonders für den drittältesten und teuersten Globi-Band «Globi an der Landesausstellung» aus dem Jahr 1939: «Das Buch enthielt wohl heikle Texte für die damalige Zeit während des 2. Weltkrieges. Deshalb wurden vermutlich viele Exemplare aus dem Verkauf gezogen.»

«Volk soll sich an Kulturobjekt erfreuen»

Die Sammlung hat einen Gesamtwert im unteren sechsstelligen Bereich. Wie viel Benz zahlte, als er den Nachlass 1993 übernahm, will er nicht sagen: «Nach Schieles Tod wollten seine Töchter die Globi-Sammlung nicht mehr weiterpflegen und übergaben uns die Aufgabe», so Benz. Nun wollen er und seine Ehefrau diese einmalige Geschichte unter die Leute bringen. «Das Volk soll sich auch an dem Kulturobjekt erfreuen – wir haben lange an der Ausstellung gearbeitet.»

Globi sei einst eine Werbestrategie von Globus gewesen, so Benz. «Schiele wurde 1930 als Marketingdirektor von Globus eingestellt», sagt Benz. Seine Aufgabe sei es gewesen, wieder Schwung in den Laden zu bringen. Zusammen mit dem Zeichner Robert Lips entwarf er dafür das Maskottchen Globi. 1932 warb dieses auf Plakaten für das erste Jugend-Meeting von Globus.

«Viele Globus-Besucher waren zwar anfänglich nicht sehr erfreut über die anwesenden Kinder, doch das hat sich in kürzester Zeit geändert.» 1935 erschien dann das erste Buch namens «Globi's Weltreise», das Benz nun mit den Originalzeichnungen für 7000 Franken verkauft.

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