Zürcher Weihnachtsmänner kapitulieren vor Vandalen
Aktualisiert

Zürcher Weihnachtsmänner kapitulieren vor Vandalen

Der Weihnachtsbaum auf der Zürcher Sechseläutewiese ist diese Saison derart oft geschändet worden, dass das zuständige Amt aufgibt. Dass die Stadt Zürich nächstes Jahr wieder einen Baum aufstellt, ist unwahrscheinlich.

3000 Franken kostet es jeweils, die Beleuchtung des Weihnachtsbaumes auf dem Sechseläutenplatz zu ersetzen. Bereits zweimal musste Grün Stadt Zürich dieses Jahr eine entsprechende Summe aufwerfen. Vandalen hatten mit Zangen oder roher Gewalt die elektrische Beleuchtung des Baumes zerstört. Nun ersetzt Grün Stadt Zürich die Beleuchtung nicht mehr. Zu teuer sei es, neuerliche Vandalenakte zu erwarten und die Lichterketten zur Zeit auch nicht erhältlich. Die bereits zum zweiten Mal zerstörte Beleuchtung bleibt dunkel am Baum hängen. «Die defekten Leitungen vom Baum zu holen, wäre ebenfalls mit Kosten verbunden», sagt Lukas Handschin von Grün Stadt Zürich.

Keine Anzeige wegen Sachbeschädigung

Eine Anzeige wegen Sachbeschädigung hat Grünstadt Zürich nicht eingereicht. «Wir lassen das aber im Moment noch offen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Vandalen gefasst werden», sagt Handschin.

Überhaupt ein Baum nötig?

Nachdem sich Vandalen bereits im vergangenen Jahr mehrmals am Weihnachtsbaum vergriffen und ihn sogar gefällt haben, überlegt man sich bei Grün Stadt Zürich, ob man nächstes Jahr den Standort Sechseläutenplatz wieder mit einem Weihnachtsbaum ausstatten will. «Er ist dort sehr exponiert und die Kosten für eine Bewachung stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen», sagt Handschin. Ausserdem stehe bereits auf dem Grundstück des Hotel Baur au Lac ein Weihnachtsbaum. «Es fragt sich grundsätzlich, ob es sinnvoll ist, 300 Meter Luftlinie entfernt einen zweiten Baum aufzstellen», sagt Handschin. Offensichtlich hätten die Leute ohnehin wenig Freude am Sechseläuten-Weihnachtsbaum.

thi

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