«Ich bin kein grosser Fussballfan»: Zürcher wird Basler Kapo-Chef
Aktualisiert

«Ich bin kein grosser Fussballfan»Zürcher wird Basler Kapo-Chef

Der Zürcher Polizeioffizier Gerhard Lips wird neuer Kommandant der Kantonspolizei Basel-Stadt. Der Basler Regierungsrat wählte den 48 Jahre alten Juristen als Nachfolger von Roberto Zalunardo, der im November 2008 seinen Posten räumen musste.

von
Leonie Kaiser

Lips tritt sein neues Amt am 1. September an, wie das Justiz-und Sicherheitsdepartement Basel-Stadt am Dienstag mitteilte. Der gebürtige Zürcher arbeitet seit 1990 bei der Zürcher Stadtpolizei. Seit 2002 ist er deren zweiter stellvertretender Kommandant. Davor hatte er unter anderem die Sicherheitspolizei geleitet.

Lips werde seinen Wohnsitz nach Basel verlegen, hiess es, ohne Terminangabe, weiter. Bis zu Lips' Amtsantritt behalte Interimskommandant Rolf Meyer die Leitung der baselstädtischen Kantonspolizei. Diese zählt rund 1000 Angestellte.

Abrupter Abgang des Vorgängers

Vorgänger Zalunardo, 2002 aus dem Kanton Zug nach Basel gekommen, war im November 2008 nach sechseinhalb Jahren im Amt abrupt zurückgetreten. Als Grund für die Trennung wurden «unterschiedliche Auffassungen über die Art der Auftragserfüllung» zwischen Zalunardo und Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass angeführt.

Gass hatte das Sicherheitsdepartement 2006 übernommen. In der Folge gerieten Gass und Zalunardo als Sicherheitsverantwortliche bei mehreren Ereignissen in die Kritik, so etwa bei einem umstrittenen Polizeieinsatz gegen eine Anti-WEF-Demo oder bei Krawallen nach einem FCB-Match gegen Zürich.

Herr Lips, Sie sind ab September der oberste Schugger. Was sind aus Ihrer Sicht die Brennpunkte bei der Basler Polizei?

Gerhard Lips: Ich will nicht alles auf den Kopf stellen, werde aber schon einige Dinge hinterfragen. Ganz dringend muss der Personalbestand aufgestockt werden. Ich versuche aber auch etwas Ruhe ins Sicherheitsdepartement zu bringen.

Ihr Vorgänger Roberto Zalunardo stand oft in der Kritik. Was wollen Sie besser machen?

Ich bin ein anderer Typ als Roberto Zalunardo, stelle mich Herausforderungen und diskutiere gerne. Nicht zuletzt bringe ich mehr Erfahrung in einem grossen Korps mit.

Sie kommen wie Ihr Vorgänger aus Zürich. Kann das in Basel ein Nachteil sein?

Meine Herkunft wird mir bei der professionellen Arbeit keinesfalls im Wege ­stehen. Ausserdem bin ich kein grosser Fussballfan (lacht).

Wieso haben Sie sich eigentlich für Basel ent­schieden?

Wenn man sich in meiner Position noch steigern möchte, hat man keine grosse Auswahl in der Schweiz. Diese einmalige Chance musste ich beim Schopf packen. Zudem reizt mich die Kulturstadt Basel auch in geografischer Hinsicht.

Sie gehen offen mit Ihrer Homosexualität um.

Das war für mich nie ein Tabuthema. Mit meinem Lebenspartner, einem Kunsthändler, suche ich nun auf den Herbst eine feste Bleibe im Kanton Basel-Stadt.

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