Zürcher Wohnungsnot: Kampf mit allen Mitteln
Aktualisiert

Zürcher Wohnungsnot: Kampf mit allen Mitteln

Wohnungsnot macht erfinderisch: Um eine Bleibe zu finden, schrecken viele auch vor Bestechungsversuchen nicht zurück.

Die Suche nach einer Wohnung gestaltet sich in der Stadt Zürich schwierig. Bei Besichtigungsterminen stehen teilweise bis zu 300 Bewerber Schlange; für viele ein Frust. Dies bekommen auch immer mehr Verwalter zu spüren – mit Bestechungsversuchen in Form von Blumen, Pralinés oder gar Geld. Offiziell will dazu kaum jemand Stellung nehmen.

Ein Insider der Branche erzählt gegenüber 20 Minuten: «Es kommt vor, dass verzweifelte Wohnungssuchende nach der Besichtigung in die Verwaltung anrufen und einen höheren Mietzins bieten.» Einige machen schon während der Besichtigung Andeutungen, sich bei einem positiven Bescheid erkenntlich zu zeigen, wie Hans Graf von der Liegenschaftsverwaltung der Stadt Zürich weiss. «Es ist auch schon vorgekommen, dass jemand unter vier Augen ein Mittagessen angeboten hat», sagt Graf. Das passiere aber selten. Martin Schaeppi von Schaeppi Grundstücke sagt: «Unsere Mitarbeiter haben durch unseren Firmen-Kodex die strikte Anweisung, Pralinés oder Wein nicht anzunehmen.»

Aber auch die Vormieter werden umgarnt. Denn: «So mancher bietet dem Vormieter an, den Gerümpel zu entsorgen oder akzeptiert das rosa gestrichene Badezimmer ohne zu murren», sagt Monika Sommer vom Hauseigentümerverband.

dt

Heute ist Zügeltag

Zügeltermin! Heute herrscht im Kanton Zürich ein reges Kommen und Gehen. Denn die meisten Schweizer erhalten am 1. April die Schlüssel zur ihrer neuen Wohnung. In der Stadt Zürich gibt es gemäss Hauseigentümerverband rund 50000 Zügelaktionen pro Jahr. In der Stadt gehen mittlerweile ein Drittel aller Wohnungen unter der Hand weg und werden gar nie in der Zeitung oder auf Homepages ausgeschrieben.

Deine Meinung