Hoher Zins: Zürcher zahlen absichtlich zu viel Steuern

Aktualisiert

Hoher ZinsZürcher zahlen absichtlich zu viel Steuern

Der hohe Zins von 2 Prozent verleitet viele Zürcher dazu, ihre Steuern schneller zu begleichen – einige übertreiben es dabei aber.

von
Regina Ryser
Steuern bezahlen lohnt sich.

Steuern bezahlen lohnt sich.

Die Bankzinsen sind im Keller – 0,375 Prozent erhält man etwa bei der Zürcher Kantonalbank auf dem Sparkonto. Deutlich höher ist dagegen der ­Vergütungszins der Zürcher Steuerämter: Denn auch jene, die vor Ende September mehr als die geforderte Schuld ans Steueramt überweisen, erhalten darauf 2 Prozent Zins.

Dies nutzen viele Stadtzürcher aus: Im 2010 musste die Stadt Zürich 18 Millionen Franken Zinsen bezahlen – 3 Millionen mehr als im Vorjahr. «Die Zahlungsmoral ist wieder besser als noch vor zwei Jahren», sagt Bruno Fässler, Vizedirektor des Steueramts der Stadt Zürich. «Steuerzahlende, die gut verdienen, überweisen oft überhöhte Be­träge.» Es gebe solche, die doppelt so viel vorauszahlen, damit sie auch sicher vom Vergütungszins profitieren können und nicht Verzugszinsen bezahlen müssen. «Ein Schlauberger hat uns gar sein ganzes Vermögen überwiesen», so Fässler. «Wenn man uns als Bank benutzt, ist das aber Rechtsmissbrauch.» Auch beim Steueramt Winterthur kommt es immer wieder vor, dass Steuerpflichtige Beträge einbezahlen, die nichts mit der geschuldeten Steuer zu tun haben. «Wir handeln sofort und bezahlen das zu viel Bezahlte zurück», sagt Pius Kuhn, Leiter des Steueramts Winterthur.

Deine Meinung