Zürcher Zoo: Orang-Utan-Baby geboren
Aktualisiert

Zürcher Zoo: Orang-Utan-Baby geboren

Laut Zoo-Kurator Robert Zingg ist das am Sonntag geborene Baby mit «grosser Wahrscheinlichkeit ein Männchen». Für den Zoo Zürich ist der Kleine ein Geschenk - es heisst denn auch Hadiah, malaysisch für Geschenk.

Es ist der 20. Orang-Utan-Nachwuchs in Zürich. Wie die Zoobesucher der aussterbenden Art helfen können, zeigt die am Mittwoch eröffnete Ausstellung «Ein Wald voll Affen».

Djarius ist erstmals Vater

Hadiah ist nach einer Totgeburt vor zwei Jahren das zweite Junge von Xira und der erste Nachwuchs von Djarius. Der mittlerweile 13- jährige Djarius ist seit Mitte 2006 in der Gruppe, die mit Hadiah nun zehn Tiere umfasst. Im Zoo Zürich haben diese Primaten seit 1959 ihren festen Platz.

Hadiahs Geburt sei für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für Orang-Utans sehr wichtig, sagte Zingg am Mittwoch weiter. Der Zuwachs sei relativ gering, da es nur alle paar Jahre Jungtiere gebe. Es würden Anstrengungen gemacht, eine selbst erhaltende Zoo- Population zu schaffen.

Ins Orang-Utan-Gehege ist derweil Leben gekommen. Einer der Bewohner hangelt sich mit den Füssen an einem Seil und versteckt seinen Kopf gleichzeitig in einem Papiersack. Djarius schleicht unterdessen am Boden herum. Von Hadiah ist aber immer noch nichts zu sehen.

Video: Zoo-Kurator Robert Zink zum Bestand der Menschenaffen im Zürcher Zoo.

(Video: Viviane Barbieri)

Lebensraum der Waldmenschen bedroht

Orang-Utan bedeutet auf malaysisch Waldmensch. Zwei eigenständige Arten der Waldmenschen leben auf Sumatra und Borneo. Die Population des Borneo Orang-Utan wird auf über 41 300 Tiere geschätzt, der Bestand des Sumatra Orang-Utan noch auf 7300 Tiere.

Wie der Name «Waldmensch» sagt, ist der Lebensraum dieser Tiere der Wald. Die Zerstörung des Waldes ist denn auch die primäre Bedrohung für die Orang-Utans. Geht der Verlust des Waldes im gleichen Tempo weiter, dürfte es 2020 bis 2030 keine frei lebenden Orang-Utans mehr geben, sagte Zingg weiter.

Um auf die Bedrohung des Lebensraumes der Orang-Utans und anderer Menschenaffen aufmerksam zu machen, hat der Zoo Zürich die Ausstellung «Shopping im Regenwald - Tipps und Tricks, wie der Wald voll Affen bleibt» konzipiert. Die Regenwälder seien nicht zuletzt durch die Folgen unseres Konsumverhaltens bedroht, sagte Roger Graf von der Zooinformation bei der Eröffnung der Ausstellung.

In der Ausstellung im Menschenaffenhaus werden Konsumgüter aus Palmöl, Crevetten, Kautschuk, Rindfleisch, Bodenschätzen, Torpenhölzern und Papier thematisiert. Neben Antworten zu gängigen Vorurteilen und Behauptungen gibt die Ausstellung unter anderem auch Tipps, wie jeder einzelne seinen Beitrag leisten kann.

Video: Zoo-Kurator Robert Zink über das Neugeborene und die Bedeutung der Menschenaffen.

(Video: Viviane Barbieri)

Video: «Butter kann Menschenaffen retten»

(Video: Viviane Barbieri)

(sda)

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