03.11.2014 15:36

Christine HarukaZürcherin bringt Millionen Japaner zum Lachen

Christine Haruka wanderte als Jugendliche allein nach Japan aus. Dort ist die erst 22-Jährige jetzt ein Fernseh-Star.

von
woz
Christine Haruka mit Bundesrat Didier Burkhalter und seiner Frau Fridrun am 6. Februar 2014 bei einer Zeremonie anlässlich der 150-jährigen diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Japan.

Christine Haruka mit Bundesrat Didier Burkhalter und seiner Frau Fridrun am 6. Februar 2014 bei einer Zeremonie anlässlich der 150-jährigen diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Japan.

Schrill, bunt, laut und witzig. Japanische Fernsehsendungen lassen sich kaum mit Schweizer TV-Produktionen vergleichen. Dennoch konnte die gebürtige Zürcherin Christine Haruka im japanischen TV Fuss fassen. Mit deutschen Witzen und Gesangseinlagen («Überall häts Pilzli dra») bringt sie die Zuschauer zum Lachen. Mittlerweile ist die Japan-Schweizerin in Japan ein Star, fast täglich ist die 22-Jährige im Fernsehen zu sehen.

Harukas erster Auftritt im japanischen TV:

(Video: Youtube/ms92507891)

«Ja, Geld verdiene ich für mein Alter mehr als genug», sagt Haruka, die sich für ihre Auftritte gerne in traditionelle europäische Trachten stürzt, zum «Tages-Anzeiger». Die Spezialität der jungen Entertainerin sind sogenannte Variety Shows, eine Mischung aus Sketches, Stunts und Musikauftritten.

Mit neun Jahren erstmals in Tokio

Haruka ist Tochter einer Schweizerin und eines Japaners. Sie wuchs in der Schweiz auf und ging im Gymnasium Rämibühl in Zürich zur Schule. Mit neun Jahren besuchte sie zum ersten Mal Tokio. Von da an war für sie klar, dass sie eines Tages in die Millionenmetropole zurückkehren würde.

«Überall häts Pilzli dra»:

(Video: YouTube/erdbeere0104)

«An jedem Abendessen habe ich gequengelt, dass ich wieder nach Tokio reisen wollte», sagt sie. In ihrer Freizeit schaute Haruka japanische Fernsehsendungen. 2009 – ein Jahr vor ihrer Matur – war es endlich so weit: Haruka wanderte nach Japan aus. «Ich wollte nebst meinen schweizerischen endlich meine japanischen Wurzeln kennenlernen.»

«Zufällig» von Agentur unter Vertrag genommen

In Tokio lebte sie in einer kleinen Wohnung, ging zur Schule und lernte für die Aufnahmeprüfung einer Uni. Die Faszination für das japanische TV blieb. Sie meldete sich für Vorsprechbühnen an und wurde «zufälligerweise» von einer Agentur unter Vertrag genommen. Von da an war ihre Karriere nicht mehr zu stoppen.

2011 entdeckte Horipro, die grösste Agentur, den Schweizer Humor-Export. Erst kürzlich ergatterte Haruka ihren wohl prominentesten Job: Sie moderiert im staatlichen Fernsehen NHK die Sendung «Kool Kabuki». Darin erklärt sie Laien das japanische Theater.

(Video: Youtube/Konouserha Kimagure)

«Ich arbeite von Montag bis Sonntag»

In der Schweiz wird man sie in nächster Zeit nicht antreffen. «Momentan arbeite ich von Montag bis Sonntag», sagt Haruka zum «Tages-Anzeiger».

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.