Personenfreizügigkeit: Zürich als Magnet für deutsche Einwanderer
Aktualisiert

PersonenfreizügigkeitZürich als Magnet für deutsche Einwanderer

Auch im Kanton Zürich sind die Deutschen mittlerweile die grösste Ausländergruppe. Im Jahr 2007 war jede zweite eingewanderte Person deutscher Herkunft.

Seit dem Inkrafttreten des Abkommens zur Personenfreizügigkeit zwischen der Schweiz und der EU 2002 habe sich das Muster und der Umfang der Zuwanderung im Kanton Zürich verändert, heisst in einer Studie des Statistischen Amtes des Kantons Zürich.

Die Zuwanderungszahlen seien vor allem stark angestiegen, als 2007 die Kontingentierungen der Aufenthaltsbewilligungen für Staatsangehörige aus EU/EFTA-Ländern aufgehoben wurden. Ende September 2008 wohnten und arbeiteten im Kanton Zürich 66 112 Deutsche.

«Damit sind sie mit Abstand die grösste Ausländergruppe», sagt Joe Ferrer vom Statistischen Amt. Bis 2006 waren dies noch die Italiener, im Laufe des Jahres 2007 wurden sie von den Deutschen abgelöst. Italiener leben derzeit etwas über 50 000 in Zürich.

Aus Italien wanderten 2007 lediglich 97 Personen in den Kanton Zürich ein. Und seit gut drei Jahren übersteigt bei den Spaniern die Zahl der Rückkehrer diejenige der Einwanderer. «Viele andere Ausländer verlassen den Kanton wieder in Richtung Heimat, während immer mehr Deutsche kommen.»

Zürich: «Lieblingsstadt der Deutschen»

Im Jahr 2007 waren 50,2 Prozent oder 9931 von insgesamt 19 762 Eingewanderten im Kanton Zürich Deutsche. «Zürich scheint die Lieblingsstadt der Deutschen zu sein», sagt Ferrer. Die Mentalität entspreche ihnen wohl am besten. «Gutausgebildete Deutsche finden hier auch eher einen Job als in Deutschland - und verdienen mehr.»

An der Universität Zürich etwa waren Ende August 2008 von insgesamt 490 Professoren 165 Deutsche. «Es gibt immer mehr deutsche Professoren», beobachtete auch Sylvie Michel, Präsidentin des Studierendenrates. Dies sei aber gar kein Problem.

Vor einem Jahr hatte die grosse Zahl deutscher Professoren und Assistenten an der Universität Zürich noch zu einem handfesten Krach geführt, als ein Studentenvertreter die «Germanisierung» der Uni beklagt hatte. Anlass der Kritik war die Neubesetzung von acht Professuren, berufen wurde ausschliesslich Deutsche.

(sda)

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