Zürich behauptet Gewinn

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Zürich behauptet Gewinn

Der Zürich-Versicherungskonzern hat den Gewinn im ersten Quartal dieses Jahres trotz hohen Vergleichszahlungen in den USA behauptet.

Die Zurich Financial Services Group wies am Donnerstag einen Reingewinn von 785 Millionen Dollar für die ersten drei Monate aus. Der Gewinn von umgerechnet 947 Mio. Franken versteht sich nach Abzug von Sonderkosten für einen Rechtsstreit um illegale Preisabsprachen in den USA. Dieser schlug mit einem Aufwand nach Steuern von 262 Mio. Dollar zu Buche.

Trotz der Sonderbelastungen übertraf das Quartalsergebnis die Erwartungen von Analysten. Diese hatten im Schnitt mit 717 Mio. Dollar Quartalsgewinn gerechnet.

Operative Fortschritte

Operativ hat Zurich deutliche Fortschritte erzielt. Der operative Gewinn (Business Operating Profit) stieg um 31 Prozent auf 1,359 Mrd. Dollar, wie die Zurich am Donnerstag mitteilte.

Die Bruttoprämien des Versicherers sanken um 3 Prozent auf 13,434 Mrd. Dollar. Der Grund: Die Zurich verfolgt die Strategie der Konzentration auf rentables Geschäft; sie lässt unrentables Geschäft fallen.

Alle Einheiten hätten zum guten Ergebnis beigetragen, sagte Zurich-Konzernchef James Schiro an einer Telefonkonferenz. Das solide Ergebnis sei das Resultat der Konzentration auf rentables Geschäft und finanzielle Disziplin.

Profitabilität gesteigert

In der Sachversicherung (General Insurance) war ein Anstieg des operativen Ergebnisses von 45 Prozent auf 886 Mio. Dollar zu verzeichnen. Der Gewinn basiert vorwiegend auf Anlageerträgen, diese legten um 18 Prozent auf 749 Mio. Dollar zu. Der versicherungstechnische Gewinn stieg um 61 Prozent auf 338 Mio. Dollar zu.

Der Schaden-Kosten-Satz verbesserte sich um 1,8 Prozentpunkte auf 95,1 Prozent. Damit arbeitet Zurich im Versicherungsgeschäft noch profitabler als im Vorjahr.

Im Lebensversicherungsgeschäft (Global Life) steigerte die Zurich das operative Ergebnis um 62 Prozent auf 275 Mio. Dollar. Dabei schnellte der Gewinn aus Neugeschäft um 89 Prozent auf 83 Mio. Dollar in die Höhe. Die Gewinnmarge aus dem Neugeschäft beträgt 14,5 Prozent, gegenüber 7,9 Prozent im Vorjahr.

Die Nettokapitalerträge in der Höhe von 2,2 Mrd. Dollar seien gegenüber 2005 unverändert geblieben. Höhere Renditen sind durch negative Wechselkurseinflüsse weggefressen worden.

Rechtsstreit in den USA

In den USA hat Zurich mit mehreren Staatsanwälten und Versicherungsaufsichtsbehörden Vereinbarungen getroffen, um einen Rechststreit über unübliche Geschäftspraktiken beizulegen. Die Vergleiche umfassen Zahlungen in der Höhe von 240 Mio. Dollar für Prämienrückzahlungen, 65 Mio. Dollar für Bussen und 20 Mio. Dollar für Kosten.

Der Rechtsstreit in den USA war 2004 vom New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer ausgelöst worden. Das Verfahren zog weitere Kreise, in die auch die Zurich geriet.

Der Zurich war vorgeworfen worden, sie habe mit anderen Brockern Preisabsprachen getroffen, um höhere Prämien durchzusetzen. Im Zuge der Untersuchung wurden zwei ehemalige Zurich-Mitarbeiter wegen Vergehens gegen das Wettbewerbsrecht angeklagt. (dapd)

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