Steuerwettbewerb: Zürich - ein Paradies für den Mittelstand
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SteuerwettbewerbZürich - ein Paradies für den Mittelstand

Der Kanton Zürich hat zwar im Steuerwettbewerb vier Plätze verloren. Für Einkommen zwischen 50 000 und 250 000 Franken ist die Belastung aber vergleichsweise moderat.

Im Kanton Zürich werden vor allem tiefe und sehr hohe Einkommen steuerlich stark belastet.

Im Kanton Zürich werden vor allem tiefe und sehr hohe Einkommen steuerlich stark belastet.

Im interkantonalen Steuerwettbewerb hat der Kanton Zürich erneut vier Plätze verloren. Weil mehrere andere Kantone die Steuerbelastung gesenkt haben, liegt Zürich momentan noch auf Platz 15.

Nicht alle Bevölkerungsgruppen sind gemäss den Ergebnissen jedoch in gleichem Ausmass belastet: Für den Mittelstand, also Personen mit einem Einkommen zwischen 50 000 und 250 000 Franken, ist der Kanton Zürich nach wie vor ein guter Standort. Im nationalen Vergleich ist die Steuerbelastung für diese Gruppe moderat.

Millionäre stärker belastet

Überdurchschnittlich hoch fällt die Steuerrechnung jedoch bei jenen mit wenig und bei jenen mit sehr viel Einkommen aus. Verglichen mit anderen Kantonshauptorten liegt Zürich bei der Steuerbelastung von Einkommens-Millionären auf dem 19. Platz.

Seit 2006 hat der Kanton Zürich insgesamt zehn Ränge eingebüsst. Dies vor allem, weil Kantone wie etwa Glarus und St.Gallen die Steuern deutlich senkten. Die Steuerbelastung für natürliche Personen liegt im Kanton Zürich mittlerweile klar über dem Schweizer Durchschnitt, wie der Steuerbelastungsmonitor 2011 zeigt, der am Freitag in Zürich vorgestellt wurde.

SP will «Propagandainstrument» abschaffen

Der Steuerbelastungsmonitor wird seit fünf Jahren erstellt, um die steuerliche Konkurrenzfähigkeit des Kantons Zürich zu überprüfen. Lanciert wurde das Projekt von bürgerlichen Kantonsräten.

Als «unsinnig» bezeichnet die SP den Steuerbelastungsmonitor. Die bürgerliche Mehrheit habe mit diesem Propagandainstrument von Anfang an nur ein Ziel verfolgt, nämlich die quasi-wissenschaftliche Legitimation für die steuerliche Entlastung der höchsten Einkommen und Vermögen.

Wie die Partei am Freitag mitteilte, fordert sie deshalb die Abschaffung des Monitors. Insbesondere weil das Zürcher Volk sich im Mai 2011 an der Urne gegen weitere Steuersenkungen ausgesprochen habe.

(sda)

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