Umstrittene Kunst: Zürich erhält definitiv einen Hafenkran
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Umstrittene KunstZürich erhält definitiv einen Hafenkran

2014 wird an der Limmat in Zürich ein Hafenkran errichtet. Der einzige Rekurs dagegen ist zurückgezogen worden. Der Umsetzung des umstrittenen Kunstprojekts steht nun nichts mehr im Weg.

von
rme

Ein «Scheissding, das keiner will» ist es für die Gegner, eine «Anregung zum Denken» ist der Hafenkran für seine Anhänger. Kurz vor Weihnachten 2011 bewilligte der Zürcher Gemeinderat das Kunstprojekt und eine Beteiligung der Stadt daran in der Höhe von 380 000 Franken.

Gegen die Baubewilligung ging in der Folge ein Rekurs ein. Dieser sei zurückgezogen worden, teilt die Stadt Zürich am Mittwochmorgen mit. Damit sei die Bewilligung rechtskräftig und das Herzstück von «Zürich Transit Maritim» könne gebaut werden.

Für das Aufstellen des Krans ist eine Vorbereitungszeit von mindestens einem Jahr nötig. Deshalb wird der Kran erst im Jahr 2014 errichtet und nicht wie ursprünglich geplant ein Jahr vorher. Der Hafenkran wird auf eine Plattform vor dem Rathaus-Café gestellt.

Geheimnis um genaue Termine

Wer genau beim Baurekurs Einspruch gegen die Baubewilligung erhoben hatte, machte die Stadt Zürich nicht publik. Keine Angaben gibt es auch darüber, wann genau der Auf- und Abbau des Occasions-Krans erfolgt. Das Schweigen erfolgt gemäss einer Mitteilung der Stadt Zürich vom Mittwoch «aus künstlerischen Überlegungen».

Bis es so weit ist und der Kran vor dem Rathaus-Café steht, sollen weitere kleine Kunstinstallationen die Zürcherinnen und Zürcher auf die Hafenstimmung vorbereiten. Bereits installiert wurden fünf Schiffspoller. Bis 2014 würden «weitere überraschende Fundstücke freigelegt». Die Kunstaktion spielt mit der Fantasie, dass es in Zürich einst einen Hafen gab, der nun allmählich ausgegraben wird. Teil der Installation «Zürich Transit Maritim» ist auch eine Schiffssirene.

Seit 2009 umstritten

Das Kunstprojekt, das im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs erkoren wurde, soll neun Monate stehen bleiben und - neben dem Verbreiten von Hafenstimmung - die Diskussion über Kunst im öffentlichen Raum in Gang halten.

Das Hafenprojekt ist seit seiner Lancierung im Jahr 2009 umstritten. Inklusive Wettbewerb kostet es 600 000 Franken. Der Gemeinderat hatte zunächst die budgetierten Ausgaben verweigert, bewilligte dann aber unter neuer Zusammensetzung mit den Grünliberalen 2011 die Kosten wieder. Vor allem die SVP hatte sich gegen die Installation gewehrt und bezeichnete sie als «unnötig».

Hier wird der Hafenkran errichtet. (Karte: Google Maps) (rme/sda)

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