Stadt vs. Schriftsteller: Zürich findet Amt für Ironie nicht lustig
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Stadt vs. SchriftstellerZürich findet Amt für Ironie nicht lustig

Einem Zürcher Schriftsteller droht Ärger mit der Stadt Zürich. Er hat die Aufkleber der städtischen Dienstautos übernommen und auf eine lustige Weise abgeändert.

von
wed
Obwohl Ironie auf dem Aufkleber steht, ist der Stadt Zürich die Verwechslungsgefahr zu gross.

Obwohl Ironie auf dem Aufkleber steht, ist der Stadt Zürich die Verwechslungsgefahr zu gross.

Der Humor der Stadt Zürich wird derzeit auf die Probe gestellt: Seit geraumer Zeit fährt ein weisses Auto mit dem Aufkleber «Stadt Zürich - Amt für Ironie» durch die städtischen Strassen. Die Aufschrift sieht exakt gleich aus wie die Dienstautos der Stadt Zürich. Der Halter des Autos ist der Zürcher Schriftsteller Thomas Meyer, wie «Storyfilter» schreibt. «Ich sah überall Fahrzeuge von allen möglichen Ämtern und dachte eines Tages, es fehlt noch eines für Ironie», sagt Meyer auf Anfrage.

Doch nun droht ihm Ärger mit der Stadt Zürich: «Vor Kurzem ist mir ein Baum auf mein Auto gefallen. Die Polizistin, die den Fall aufgenommen hat, sagte mir dann, dass sich die Rechtsabteilung der Stadt bereits mit meinem Aufkleber beschäftigt», so Meyer. Er müsse nun die Aufschrift entfernen, sonst drohe ihm eine Anzeige.

Verstoss gegen Wappenschutzgesetz

Christina Stücheli, Leiterin Kommunikation der Stadtkanzlei, bestätigt dieses Vorgehen: «Diese perfekt nachgeahmte Aufschrift mit städtischem Emblem verstösst gegen das Wappenschutzgesetz und es besteht eine Verwechslungsgefahr, da es im ersten Moment nicht erkennbar ist, dass es sich um einen Witz handelt.» Normalerweise sei man sehr tolerant bei solchen Fällen, doch hier wurde man von vielen Seiten auf den Aufkleber aufmerksam gemacht.

Bei Thomas Meyer stösst dies nicht auf viel Verständnis: «Ich hätte etwas mehr Sinn für Ironie erwartet.» Schliesslich schade er ja niemandem und nutze es auch nicht kommerziell - «es steht ja sogar Ironie drauf». Ganz kampflos wolle er aber seinen Aufkleber nicht aufgeben: «Ich werde ein Logo entwerfen, dass rechtlich nicht belangbar sein wird.»

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