Zürich: Fussgänger muss ins Gefängnis
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Zürich: Fussgänger muss ins Gefängnis

Auch Fussgänger haben sich an die Verkehrsregeln zu halten. Das Bezirksgericht Zürich hat einen Passanten, der eine Velofahrerin zu Fall brachte, zu einer unbedingten Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt.

Der von der Staatsanwaltschaft erhobene Vorwurf gegen den heute 42-jährigen Heizungsmonteur aus Zürich-Oerlikon lautete auf fahrlässig schwere Körperverletzung. Die Anklage geht auf den 29. August 2004 zurück.

Damals unterhielt sich der Angeschuldigte auf der Wallisellenstrasse in Oerlikon mit einem Kollegen. Der Monteur war derart in das Gespräch vertieft, dass er einen Schritt nach hinten auf die Fahrbahn machte. Dort stiess er mit einer damals 22- jährigen Velofahrerin zusammen.

Diese stürzte und zog sich schwerste Kopfverletzungen zu. Die junge Service-Fachangestellte und Köchin erlitt so gravierende Hirnverletzung, dass sie ihrem Geruchs- und Geschmackssinn und damit auch ihre Stelle bei einer Sommelier-Schule verlor. Sie leidet heute noch unter dem Unglück.

Das Gericht hat den Heizungsmonteur nun der fahrlässigen schweren Körperverletzung schuldig gesprochen. Wegen diverser Vorstrafen kam für den nicht geständigen Drogenkonsumenten eine Bewährung nicht mehr in Frage. Er muss der Geschädigten zudem 40 000 Franken Schmerzensgeld bezahlen. Der Verteidiger hatte vergeblich einen Freispruch verlangt. (sda)

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